Aktualisiert 30.06.2016 00:35

Vielerlei Symptome

Zika ist mehr als nur viel zu kleine Köpfe

Bei Zika kommen einem sofort die Bilder von Babys mit Schädelfehlbildungen in den Sinn. Doch auch Kinder mit normalgrossem Kopf können infiziert sein.

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fee
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In Süd- und Zentralamerika breitet sich das Zika-Virus derzeit rasant aus. Das Virus kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. Es wird vermutet, dass es zu Missbildungen am Schädel beim Embryo führen kann. Im Bild: Die zwei Monate alte Ludmilla Hadassa Dias de Vasconcelos aus Recife, Brasilien.

In Süd- und Zentralamerika breitet sich das Zika-Virus derzeit rasant aus. Das Virus kann vor allem für Schwangere gefährlich werden. Es wird vermutet, dass es zu Missbildungen am Schädel beim Embryo führen kann. Im Bild: Die zwei Monate alte Ludmilla Hadassa Dias de Vasconcelos aus Recife, Brasilien.

/Mario Tama
Betroffene Babys werden mit Mikrozephalie (Verringerung des Schädelvolumens) geboren. Im Bild: Ana Beatriz Martin aus Recife.

Betroffene Babys werden mit Mikrozephalie (Verringerung des Schädelvolumens) geboren. Im Bild: Ana Beatriz Martin aus Recife.

Percio Campos
Kopf-Tomogramme eines normal entwickelten Kindes und rechts eines Kindes mit Mikrozephalie.

Kopf-Tomogramme eines normal entwickelten Kindes und rechts eines Kindes mit Mikrozephalie.

Wikimedia Commons/CC BY 2.5

Das mysteriöse Zika-Virus lässt sich bei Neugeborenen nicht allein durch Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) erkennen, wie brasilianische Wissenschaftler im Fachjournal «The Lancet» berichten. Sie hatten rund 1500 Mikrozephalie-Verdachtsfälle in Brasilien analysiert.

Das Ergebnis: Bei einem Fünftel der Fälle von möglicher Mikrozephalie und einer Zika-Infektion der Mutter hatten die Babys einen Kopfumfang, der eher normalen Werten entsprach. Von Mikrozephalie gehen Experten bei einem Kopfumfang von 32 und weniger Zentimetern aus.

Bisherige Untersuchungen nicht umfassend genug

Die «Fokussierung auf ein Mikrozephalie-Screening» sei nicht ausreichend, betonte Hauptautor Cesar Victora vom International Center for Equity in Health in Brasilien. Zudem stellten die Forscher fest, dass Schwangere, die sich erst rund um die 30. Woche mit dem Virus infiziert haben, zwar Kinder mit einem normalen Kopfumfang auf die Welt bringen können, die aber trotzdem schwere Hirnschäden haben.

«Dieser Befund erhöht die Möglichkeit, dass bei Neugeborenen das Zika-Virus in erster Linie zu schweren Hirnschäden führen kann», halten die Autoren fest. Das bedeutet letztlich, dass der starke Fokus auf das Messen des Kopfumfangs von Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft sich mit Zika angesteckt haben, zu kurz greifen würde – da auch bei normalem Umfang anscheinend schwere Hirnschäden auftreten können, heisst es in einer Mitteilung.

Auch Erwachsene gefährdet

Schon länger gibt es die Theorie, dass das Virus nicht nur bei Babys neurologische Schäden anrichten kann, sondern auch bei Erwachsenen. Bei Männern war beispielsweise eine Häufung des Guillain-Barré-Syndroms beobachtet worden, eine Lähmungskrankheit, die bis zum Tod führen kann.

Zuletzt war die Zahl der Zika-Infektionen in Brasilien – auch wegen einer wetterbedingt geringeren Aktivität der Moskitos – stark zurückgegangen. Die Regierung betont, für Athleten und Touristen, die zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro reisen, sei das Infektionsrisiko beherrschbar.

Gefährliches Zika-Virus

Forderungen, die Olympischen Spiele aufgrund der Zika-Epidemie zu verschieben, sind von der WHO zurückgewiesen worden. (Video: Reuters) (fee/sda)

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