Aktualisiert 07.06.2007 16:52

Zinsängste schicken Schweizer Börse auf Talfahrt

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nachgegeben. Die Zins- und Inflationsängste gewannen wieder die Oberhand auf drückten auf die Kurse.

Darunter litten einmal mehr vor allem die Banken. UBS, Credit Suisse, Julius Bär verloren gegen zwei Prozent. Der Sektor stand europaweit unter Druck; der Branchenindex fiel um 1,2 Prozent. Aber auch Versicherungswerte wie Bâloise, Swiss Life oder die am Vortag noch gesuchten Swiss Re liessen mit Abschlägen von deutlich über ein Prozent kräftig Federn.

Die Risikoprämie der Aktien ist wegen der höheren Zinsen geringer geworden, sagte ein Händler. Dazu komme, dass die Finanzierung von Übernahmen und Fusionen teurer werde. Und entsprechende Spekulationen waren zuletzt eine der Hauptstützen des Marktes.

SMI fällt unter Unterstützungszone

Der SMI der Standardwerte schloss um 1,35 Prozent schwächer mit 9152,08 Punkten und sank damit deutlich unter die bisher als gute Unterstützung betrachtete Zone von 9300 bis 9250 Zähler. Der breite SPI verlor 1,3 Prozent auf 7453,20 Zähler.

Ein Händler sprach von einem geordneten Rückzug ohne Panik. Ein Marktteilnehmer beurteilte den Kursrückgang als willkommene Korrektur, die als Einstiegschance genützt werden sollte.

Auch Defensive auf der Verliererseite

Für einmal keine Unterstützung boten die defensiven Schwergewichte. Nestlé etwa kamen trotz der Bestätigung der Ertrags- und Wachstumsziele auf einer Investorenpräsentation unter die Räder. Der Nahrungsmittelwert büsste 1,5 Prozent ein.

Roche sackten 1,6 Prozent ab. Händler erwähnten den Rückruf des HIV-Medikaments Viracept wegen chemischer Verunreinigungen. Das sei negativ für die Stimmung, sollte aber keinen stärkeren Einfluss auf das Geschäft von Roche haben, hiess es. Novartis fielen um 0,7 Prozent.

Zu den grossen Verlierern gehörten Aktien, die auf eine starke Kursentwicklung zurückblicken. Dazu zählten unter anderen Vögele, Valora, Basilea, Komax, Oerlikon oder Sulzer.

Unruhe vor Eurex-Verfall

Händler verwiesen darauf, dass sich die Aktienkurse von Unternehmen, auf die zahlreiche Optionen ausstehen und deren Ausübungskurs zum Teil stark aus dem Geld liege, in der kommenden Woche volatil entwickeln könnte. In der kommenden Woche ist grosser Eurex-Verfall.

Implenia sanken um 1,5 Prozent auf 42.35 Franken. Im Markt hiess es, Grossaktionär Laxey dürfte Mühe haben, sein Paket von knapp 23 Prozent an Implenia zu verkaufen. Erneut kursierte das Gerücht, der russische Investor Oleg Deripaska, der bereits an der österreichischen Strabag und an der deutschen Hochtief beteiligt ist, sei an Implenia interessiert.

Zu den raren Gewinnern gehörten Panalpina mit plus 1,9 Prozent auf 244.50 Franken. Credit Suisse hatte das Kursziel für die Aktien des Logistikkonzerns von 270 auf 300 Fr. angehoben.

(sda)

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