Früchte aus «Israel»: «Zitrus-Verschwörung» gegen den Iran?
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Früchte aus «Israel»«Zitrus-Verschwörung» gegen den Iran?

Eine Lieferung von angeblich aus Israel stammenden Zitrusfrüchten sorgte im Iran für helle Aufregung. Doch es handelte sich um Nachahmer-Produkte made in China.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad möchte Israel am liebsten von der Landkarte tilgen. Beziehungen zwischen den beiden Ländern, auch kommerzieller Art, sind inexistent. Da erstaunt es nicht, dass eine Lieferung von so genannten Sweeties im Iran für gehöriges Aufsehen sorgte. Dabei handelt es sich um eine süssliche Grapefruit-Sorte, die vom israelischen Produzenten Jaffa entwickelt wurde.

Die iranischen Behörden schlossen Verteilzentren, aus denen die Früchte ausgeliefert wurde. Ein hochrangiger Beamter sprach gemäss BBC von einer «Zitrus-Verschwörung» gegen die Iran. Nun aber zeigte sich: die süssen Früchte stammen aus einer ganz anderen Ecke der Welt. Sweeties sollen besonders in fernöstlichen Ländern wie Japan und Korea beliebt sein, was die Chinesen als begnadete Kopisten auf den Plan rief.

Gefälschter Aufkleber

Die in den Iran gelieferten Sweeties jedenfalls wurden aus China geliefert, versehen mit einem gefälschten Jaffa-Aufkleber samt Aufschrift «Israel» - was die Aufregung im Iran erklärt. Offenbar sind aber nicht nur die Aufkleber, sondern auch die Früchte als Ganzes gefälscht, denn während die Original-Sweetie eine grüne Schale hat, sehen die von der BBC auf ihrer Website abgebildeten China-Imitate aus wie kommune Orangen.

Tal Amit, der Leiter der israelischen Zitrus-Vermarktungsbehörde, zeigte sich auf Anfrage der BBC «etwas verärgert» darüber, dass der Markenname ohne Erlaubnis verwendet wird. Vor allem aber bedauerte er, dass die Iraner nicht die Original-Früchte aus Israel konsumieren können: «Vor 30 oder 40 Jahren war Teheran ein hervorragender Markt für unsere Früchte.»

(pbl)

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