Zittern in Schweizer Kunstmuseen
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Zittern in Schweizer Kunstmuseen

Am 6. Februar verschwinden in Schwyz zwei Picassos, am 10. schlagen Kunsträuber in Zürich zu und klauen Bilder im Wert von geschätzten 180 Millionen Franken. Jetzt gehen die Schweizer Kunstmuseen bei den Sicherheitsvorkehrungen über die Bücher

Der Raubüberfall auf die Sammlung Bührle in Zürich könnte zum Beispiel für das Kunstmuseum St. Gallen Konsequenzen haben. Auch wenn das St. Galler Museum sicherheitstechnisch auf dem neusten Stand ist, wie Museumsdirektor Roland Wäspe sagt.

«Jedes Museum hat ein Sicherheitskonzept, das mit der Polizei bis ins Detail abgesprochen ist», erklärte Wäspe am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Alarmanlage des Kunstmuseums sei erst vor kurzem technisch auf den neusten Stand gebracht worden.

Dennoch drängt sich nach dem Raubüberfall von Zürich auch in St. Gallen eine Neueinschätzung der Risiken auf. Zu den möglichen Konsequenzen konnte Wäspe aber noch nichts sagen. Der aktuelle Fall von Zürich sei ein «worst-case-Szenario» für jeden Kurator.

Dass bewaffnete und maskierte Täter in ein Museum eindringen, die Besucher in Schach halten und gezielt vier der wertvollsten Bilder entführen, ist laut der Zürcher Polizei europaweit bisher einzigartig. Mit einem solchen Überfall hätten die Verantwortlichen der Sammlung Bührle nicht rechnen müssen.

Millionenwerte auch in St. Gallen

Auch das St. Galler Museum besitzt Bilder von Millionenwert. Zu den teuersten gehört laut Wäspe etwa das Gemälde «Palazzo Contarini» des Impressionisten Claude Monet. Es wird auf 40 Millionen Dollar geschätzt. Auch eine Reihe weiterer Bilder des Museums haben Werte von je 15 Millionen Franken.

Ab einem bestimmten Wert wird in der Regel jedes Bild einzeln gesichert, sagt der Museumsdirektor - ohne Details zu verraten. Aus Sicherheitsgründen verfügt das Museum über einen direkten Draht zur Polizei. Klare Auflagen machten auch die Versicherungen. Bei jeder neuen Ausstellung müsse die Sicherheitsfrage neu analysiert werden.

Monets «Palazzo Contarini» ist zur Zeit im Kunstmuseum St. Gallen nicht zu sehen. Das wertvolle Gemälde befindet sich laut Wäspe im Depot. Dort wird es für eine Ausstellung vom kommenden Sommer in der Fondation Beyeler in Basel vorbereitet. (sda)

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