0:1-Niederlage: Zittern um das WM-Ticket – Schweiz verliert vor Rekord-Kulisse gegen Italien
Aktualisiert

0:1-NiederlageZittern um das WM-Ticket – Schweiz verliert vor Rekord-Kulisse gegen Italien

Über 6000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten das Spiel der Frauen-Nati gegen Italien. Sie sahen im kapitalen Spiel um das WM-Ticket eine engagierte aber glücklose Leistung der Schweizerinnen. 

von
Nils Hänggi
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Das entscheidende Tor fiel kurz vor Schluss. 

Das entscheidende Tor fiel kurz vor Schluss. 

Urs Lindt/freshfocus
Ramona Bachmann zeigte nach ihrer Corona-Erkrankung eine gute Partie gegen Italien. 

Ramona Bachmann zeigte nach ihrer Corona-Erkrankung eine gute Partie gegen Italien. 

Urs Lindt/freshfocus
Für das Italien-Spiel in Thun wurden 6281 Tickets verkauft. Noch nie haben so viele Fans ein Spiel der Schweizer Frauen-Nati live im Stadion angeschaut.

Für das Italien-Spiel in Thun wurden 6281 Tickets verkauft. Noch nie haben so viele Fans ein Spiel der Schweizer Frauen-Nati live im Stadion angeschaut.

Urs Lindt/freshfocus

Darum gehts

  • Am frühen Dienstagabend spielte die Schweizer Frauen-Nati gegen Italien. 

  • Es war ein kapitales Spiel um die WM 2023 in Neuseeland und Australien. 

  • Doch die Schweizerinnen patzten. 

Vor dem Spiel der Schweizer Frauen-Nati gegen Italien gab es gleich zwei schöne Nachrichten. Einerseits teilte der Schweizerische Fussballverband mit, dass das ukrainische U-21-Frauenteam des ukrainischen Meisters WFK Zhytlobud-1 Kharkiv der SFV-Einladung gefolgt war, um das kapitale WM-Quali-Spiel zu sehen. Das Team flüchtete vor dem Krieg und trainiert seit drei Wochen in der Schweiz. Die zweite Good-News: Für das Italien-Spiel wurden 6281 Tickets verkauft. Noch nie haben so viele Zuschauerinnen und Zuschauer ein Spiel der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft verfolgt! 

Es war also alles angerichtet für ein Fussball-Fest – für eine weitere Good-News! Nach dem peinlichen Remis letzten Freitag gegen Rumänien, war eine Schweizer Quali für die WM 2023 in Neuseeland und Australien auch mit einem Sieg noch nicht möglich. Sollte das Team von Coach Nils Nielsen in Thun gegen Italien aber mindestens einen Punkt holen, würde die Schweiz bei zwei noch ausstehenden Partien die Tabellenspitze verteidigen. Eine tolle Ausgangslage. Aber eine – die sie nicht zu wissen nutzte. Lia Wälti und Co. verloren mit 0:1. Die Folge: Italien ist nun auf Platz 1 in der Tabelle, nicht mehr die Schweiz. Die direkte WM-Quali, sie ist in weite Ferne gerückt. Denn: Nur der Gruppensieger fährt direkt an die WM, der Gruppenzweite muss ins Playoff. 

«Hopp-Schwiiiz-Rufe» nützten nichts

Anfangs drückte die Schweiz auf den Führungstreffer. Die beste Chance hatte Ana-Maria Crnogorcevic in der 22. Minute. Doch ihren Schuss, ein Strich in der Thuner Abendluft, konnte Italiens Torhüterin mirakulös abwehren. Italien wurde zwar irgendwann stärker, doch die Schweizerinnen verteidigten gut und tapfer. Teils war auch Glück dabei, wie in der 35. Minute, als sich Cristiana Girelli durch die Abwehr zauberte und erst im letzten Moment aufgehalten werden konnte. Mit einem 0:0 ging es in die Pause. 

In der zweiten Halbzeit liess sich die Schweiz in die eigene Hälfte drängen. Die Südländerinnen wollten das Tor, das Nielsen-Team kam nur zu sehr vereinzelten Entlastungsaktionen – etwa durch Riola Xhemaili oder auch Ramona Bachmann, die nach Corona wieder zurück im Team war. Es schien fast so, als ob die Schweizerinnen bereits früh das 0:0 verteidigen wollten. Auch wurde das Spiel gehässig. Svenja Fölmli sah etwa Gelb nach einem Schlag ins Gesicht. Und so stellte sich die Frage: War das Zurückfallen die richtige Taktik? Durfte man die Italienerinnen so nah vors Tor kommen lassen? 

Nun – nein. Oft, sehr oft, hatten die Schweizerinnen grosses Glück. Italien war irgendwann das klar bessere Team. Das Nielsen-Team schwamm, oft musste es zittern. Und so war es nicht verwunderlich, als dann in der 82. Minute Girelli die Italienerinnen in Führung schoss. Der Schiri pfiff ein Hands, es war ein harter Pfiff. Beim 0:1 blieb es. Das Spiel war aus. Trotz Rekord-Kulisse, lautstarken «Hopp-Schwiiiz-Rufen», dem Anfeuern durch das ukrainische Frauen-Teams und einer furiosen Schweizer Schlussoffensive blieb eine weitere Good News aus.  

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