Aktualisiert 21.03.2006 21:50

Zivilschützer auf der Pirsch

Die Thurgauer Zivilschützer müssen die Ufer des Bodensees nach toten Vögeln absuchen. Ein erstes Mal taten sie dies gestern – in Begleitung eines riesigen Medientrosses.

Als Nicolas Bär aus Tägerwilen am Samstag von den Ferien zurückkam, hatte er ein Schreiben im Briefkasten, in dem er aufgefordert wurde, ab Dienstag am Seeufer Kadaver einzusammeln. «Das machte mich schon etwas nervös», sagte Zivilschützer Bär. Die Operation ist nicht freiwillig. Laut Zivilschutz-Einsatzleiter Walter Gfeller hat sich aber bisher niemand geweigert.

Seit gestern grasen bis zu 16 Zivilschützer täglich in Zweier-Patrouillen das Bodenseeufer nach toten Vögeln ab – vorerst für den nächsten Monat. «An Spitzentagen finden wir im Kanton bis zu 30 Vögel», so Gfeller.

Nicolas Bär und sein Kollege Jan Bihari arbeiten in der Schutzzone bei Tägerwilen.

Ausgerüstet mit allerlei Schutzmaterial schritten sie den Seerhein ab, begleitet von einem Tross von Medienleuten. «Ich habe ein komisches Gefühl im Bauch bei der Pirsch nach toten Tieren», sagte Bär. Die Arbeit mache nicht wirklich Spass.

Hauptziel der Aktion ist es, ein Übergreifen des Virus auf Haustiere zu vermeiden. Bisher wurden im Thurgau 300 Vögel eingesammelt, fünf trugen das Virus H5N1 in sich.

(feb)

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