Nach Wahlkrimi: Zoff in Albanien
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Nach WahlkrimiZoff in Albanien

Nach einem äusserst knappen Wahlausgang in Albanien hat sich das Parteienbündnis von Ministerpräsident Sali Berisha zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. Die oppositionelle Sozialistische Partei warf der Regierungspartei erneut Wahlbetrug vor.

Die Demokratische Partei (PD) und das Bündnis für einen Wandel hätten die meisten Stimmen auf sich vereint, sagte eine PD-Sprecherin am Mittwoch in Tirana. Berishas Partei habe bei der Wahl am vergangenen Sonntag das Mandat für weitere vier Jahre erhalten. Demnach kommt das Bündnis auf 71 der 140 Sitze im Parlament.

Vorwurf Wahlbetrug

Das grösste Oppositionsbündnis um die Sozialistische Partei warf der Regierungspartei erneut Wahlbetrug vor. Berishas Demokratische Partei habe die 71 Mandate nicht wirklich errungen, das Ergebnis sei Betrug auf Kosten der Sozialisten geschuldet, sagte ein PS-Sprecher.

Die Partei sammle Informationen über Manipulationen und wolle nicht aufgeben, bis der Betrug aufgedeckt sei. Die Opposition hatte in den vergangenen Tagen wiederholt angeblichen Wahlbetrug angeprangert. Berishas Partei und die Regierung wiesen die Anschuldigungen zurück.

Knappes Ergebnis

Zuvor hatte die Wahlkommission nach Auszählung fast aller Stimmen das äusserst knappe Ergebnis bekannt gegeben. Demnach kam Berishas Bündnis auf 46,81 Prozent der Stimmen; das Parteienbündnis um die Sozialistische Partei erhielt 45,42 Prozent.

Die Mitte-links-Partei LSI des früheren Regierungschefs Ilir Meta kam den Angaben zufolge auf 5,59 Prozent der abgegebenen Stimmen. Bis dahin waren 98,2 Prozent der Stimmzettel ausgezählt, die Bekanntgabe der Sitzverteilung verzögerte sich weiter.

(sda)

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