400 Millionen für Energieprojekt - Zofingen will Abfall als Rohstoff nutzen
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400 Millionen für EnergieprojektZofingen will Abfall als Rohstoff nutzen

Mit dem Grossprojekt «Enphor» soll in Oftringen eine Anlage entstehen, die bei der Abfallverbrennung Wärme an 10’000 Haushalte abgibt. Das Projekt kostet 400 Millionen Franken.

von
Céline Meisel
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In Zofingen wird eine neue Kehrichtverbrennungsanlage geplant.

In Zofingen wird eine neue Kehrichtverbrennungsanlage geplant.

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Das Grossprojekt soll 400 Millionen Franken kosten. 

Das Grossprojekt soll 400 Millionen Franken kosten.

imago/blickwinkel
Nebst der Abwärme soll auch Klärschlamm wiederverwertet werden. 

Nebst der Abwärme soll auch Klärschlamm wiederverwertet werden.

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Darum gehts

  • In Zofingen soll eine neue Kehrichtverwertungsanlage entstehen.

  • Die bei der Verbrennung entstehende Wärme soll zum Heizen von 10’000 Häusern genutzt werden.

  • Für das Projekt sind 400 Millionen Franken eingeplant.

Der Verband Entsorgung Region Zofingen hat Grosses vor: Mit «Enphor», ein 400-Millionen-Franken-Projekt, soll aktiv der Klimawandel verlangsamt werden. Wie? Mit einer neuen Kehrichtverbrennungsanlage in Oftringen. Diese soll nicht nur Müll verbrennen, sondern auch mehr Strom produzieren und die Abwärme gezielt für die Beheizung von 10’000 Haushalten nutzen.

Die aktuelle Anlage muss bis spätestens Ende des Jahrzehnts ersetzt werden. «Im Moment klären wir ab, ob eine solche Anlage wirtschaftlich tragbar und effizient wäre», sagt Hans-Ruedi Hottiger, Stadtammann von Zofingen und Leiter der Machbarkeitsstudie Fernwärme. Das Konzept zielt auf eine Schliessung der Wertschöpfungskette und so auf eine umweltfreundlichere Kreislaufwirtschaft ab. Mit der Abwärme der Anlage kann einerseits Strom und andererseits Wärme produziert werden, dadurch lassen sich Ressourcen sparen. «Will man diese Möglichkeit nutzen, muss jedoch ein solches Fernwärmenetz wirtschaftlich erfolgreich realisiert werden können.»

Win-Win

Hottiger spricht von einer «Win-Win Situation». «Der Kehricht muss ja ohnehin weg. Wenn man auch noch die dabei entstehende Wärme nutzt, hat man Erträge auf beiden Seiten.» Würde diese Abwärme nicht sinnvoll genutzt, würde sie an die Atmosphäre abgegeben werden und dort für höhere Temperaturen sorgen.

Mit einer solchen Anlage könne auch ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz geleistet werden. Denn neben der Nutzung von Wärme kann sie auch Dünger aus Klärschlamm in Form von Phosphor zurückgewinnen. Dabei handelt es sich um einen Hauptbestandteil der gängigsten Düngemittel. Gesetzlich ist dies ohnehin ab 2026 vorgeschrieben. Ob und wie das 400-Millionen-Projekt umgesetzt werden kann, wird nun mit verschiedenen Machbarkeitsstudien geprüft.

Bis 2022 sollen die Ergebnisse vorliegen. Danach wird das Projekt voraussichtlich an der Urne entschieden. «Ich bin persönlich sehr zuversichtlich. Es ist ein faszinierendes Projekt und ich hoffe, dass die Bevölkerung diese Chancen ebenfalls erkennt.» Der Zofinger Stadtrat hat sich bereits für das Projekt öffentlich ausgesprochen. «Der Stadtrat gewichtet vor allem die Tatsache sehr hoch, dass mit einem solchen Konzept die gesamte Wertschöpfung in der Region bleiben würde», teilt die Stadt am Montag mit.

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