Geklautes Tropenholz: Zoo deckt illegalen Holzhandel auf
Aktualisiert

Geklautes TropenholzZoo deckt illegalen Holzhandel auf

Der Zoo Zürich kämpft an vorderster Front gegen das illegale Schlagen von Ebenholz in Madagaskar – mit Erfolg: Gibson Guitars, einer der weltgrössten Guitarrenhersteller, wurde am Montag verurteilt.

von
Deborah Sutter
Der leitende Kurator des Zoos Zürich, Martin Bauert, mit einem Ebenholzbaum in der Masoala-Halle.

Der leitende Kurator des Zoos Zürich, Martin Bauert, mit einem Ebenholzbaum in der Masoala-Halle.

Einer der bekanntesten Gitarrenhersteller der Welt, Gibson Guitars aus den USA, wurde diesen Montag wegen Import von illegalem Ebenholz aus Madagaskar verurteilt. An vorderster Front in diesem Verfahren mitgekämpft hat der Zoo Zürich. «Wir haben durch die Masoalahalle eine Partnerschaft mit dem Masoala-Nationalpark in Madagaskar. Wenn nun am helllichten Tag das Wertvollste aus diesem Park geklaut wird, setzen wir natürlich alles daran, um das zu unterbinden», sagt Martin Bauert, Biologe und Kurator des Masoala-Regenwaldes im Zoo Zürich.

Mit Vertretern der Organisation Environmental Investigation Agency konnte Bauert einem deutschen Händler nachweisen, dass dessen Ebenholz im Nationalpark ­geschlagen worden ist – was verboten ist. Über diesen deutschen Händler kam das Holz auch zu Gibson. Bauert überbrachte die gesammelten Beweise diesen Frühling persönlich dem US-Justizdepartement, das bereits eine Untersuchung eingeleitet hatte.

Bis ein Ebenholzbaum auf den nötigen Durchmesser von 45 Zentimetern kommt, dauert es Hunderte von Jahren: «Es kann nicht sein, dass die Instrumentenbauer rücksichtslos die Bestände dieses langsam wachsenden Tropenholzes ­roden – und alle Welt verschliesst die Augen davor», so Bauert. «Deshalb ist diese Verurteilung ein wichtiges Signal.» Den Madagassen selbst, die dies zulassen, macht Bauert keinen Vorwurf: «Ein Zollbeamter verdient 2000 Dollar im Jahr – 40 Prozent davon werden nicht oder mit grosser Verzögerung ausbezahlt –, damit kann man keine Familie ernähren.»

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