Deutschland: Zoochef wegen Tötung von Tiger verurteilt
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DeutschlandZoochef wegen Tötung von Tiger verurteilt

Weil drei Tigerbabys nicht reinrassig waren, wurden sie in einem deutschen Zoo kurz nach ihrer Geburt getötet.

Ein Gericht hat am Donnerstag den Zoodirektor und drei seiner Mitarbeiter deshalb schuldig gesprochen.

Zwei Jahre nach der Tötung verwarnte das Amtsgericht der ostdeutschen Stadt Magdeburg die vier Männer wegen gemeinschaftlichen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz. Zudem müssen sie zwischen 300 und 600 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen.

Nach Angaben einer Gerichtssprecherin droht den Angeklagten eine Geldstrafe, wenn sie gegen die Auflagen verstossen oder eine weitere Straftat begehen. Die Angeklagten kündigten Berufung gegen das Urteil an.

Die Eltern der Tigerbabys waren dem Zoodirektor zufolge 2004 nach Magdeburg gekommen. Auf Weisung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) sollte mit den Tieren Nachwuchs gezüchtet werden.

2008 - da war das Tigerweibchen bereits trächtig - kam die Nachricht vom EEP, dass der Vater kein reinrassiger sibirischer Tiger sei. Daraufhin habe es zahlreiche Gespräche und Konsultationen mit Fachleuten gegeben, berichtete der Zoodirektor.

Eine Abtreibung sei nicht infrage gekommen. Schliesslich habe man entschieden, «gemeinschaftlich die Jungtiere zu töten, falls uns nicht die Natur diese schwierige Entscheidung abnimmt». Vor dem Einschläfern seien die Jungtiere betäubt worden, hiess es.

Eine Tierschutzorganisation hatte Anzeige erstattet wegen «Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund». Die Staatsanwaltschaft war der Ansicht, dass der Zoo nicht ausreichend geprüft habe, ob die Jungtiere nicht im Magdeburger oder anderen Zoos artgerecht hätten untergebracht werden können. (sda)

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