Aktualisiert 22.04.2010 19:58

Liestal BL

Zoophilen-Foren für Studienzwecke besucht

Ein 23-jähriger Baselbieter wird der Sodomie verdächtigt. Der Mann gibt an, nur zu Studienzwecken auf Zoophilen-Foren gewesen zu sein – die Frau, die ihn anzeigte, glaubt dies nicht.

von
Denise Dollinger

Letzte Woche wurde das Haus von D.B.* durchsucht und verschiedene Datenträger sowie sein Hund beschlagnahmt. Grund: Verdacht auf sexuelle Handlungen mit ­Tieren und Besitz verbotener Pornographie. Nun redet der 23-Jährige: «Ich habe nie sex­uelle Handlungen an Tieren vorgenommen und werde das auch nie tun.» Das Ganze sei ein «einmaliges Projekt» gewesen: «Ich bin Tierpsychologe und wollte mit solchen Leuten reden, um neue Erkenntnisse zu erhalten.» Diese «wichtige Lebenserfahrung» habe ihm gezeigt: «Zoophile sind ganz normale Menschen – nur ihre Sexualität ist anders.» Trotz des bei ihm gefundenen Materials und einem laufenden Verfahren glaubt D.B., dass die «einmalige Sache» für ihn keine Konsequenzen hat.

«D.B. hält sich schon länger in diversen Foren auf und bekennt sich dort auch zur Zoophilie – das war kein Projekt», ist Edith Zellweger, Leiterin der aktiven Tierschutzgruppe Salez SG, überzeugt. Sie war ihm auf die Schliche gekommen und leitete ihr Material an die Justiz weiter. Sein «Projekt» könnte D.B. laut Statthalteramt nun bis zu drei Jahren Freiheitsentzug einbringen.

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