Aktualisiert 25.11.2008 22:54

Revanche geglückt

ZSC gewinnt Spitzenkampf

Die ZSC Lions und die Kloten Flyers haben ihre Stellung an der Spitze der NLA-Tabelle mit Kantersiegen zementiert.
In Nachtragsspielen setzten sich die Lions gegen den SC Bern 7:4 durch und Kloten deklassierte Aufsteiger Biel mit 9:2. Einen unerwarteten Sieg feierte der EV Zug in Lugano.

Nach sechs Niederlagen in Serie haben die ZSC Lions wieder einmal ein Duell gegen den SC Bern gewinnen können. Gleich 7:4 setzte sich der Schweizer Meister im Spitzenkampf durch. Die Entscheidung fiel Ende des zweiten Drittels.

Verteidiger Severin Blindenbacher (35.) im Powerplay und PostFinance-Topskorer Ryan Gardner (38.) schossen die Zürcher vorentscheidend 4:2 in Führung. Nach Jan Alstons 5:2 (43.) brachte Neuzugang Martin Gelinas in der 45. Minute mit dem 3:5 die Hoffnungen auf Berner Seite noch einmal zurück. Doch genau zwölf Minuten vor dem Ende stellte Adrian Wichser den Dreitore-Vorsprung wieder her.

Zwei Tage nach dem letzten Duell (3:2 n.V. für Bern) erzielten sechs verschiedene Spieler die Treffer für die Lions. Nur Wichser traf doppelt. Die Zürcher, die weiterhin zahlreiche Ausfälle in der Verteidigung zu beklagen haben, besassen in einer abwechslungsreichen Partie von Beginn weg Vorteile und liessen sich auch durch den 0:1-Rückstand (12./Gamache) nicht beirren.

Erstaunlich: Der Meister hatte gegen Bern zuletzt sechsmal in Folge verloren. Der letzte Sieg gegen den SCB im Hallenstadion lag gar zwei Jahre und ebenfalls sechs Niederlagen zurück.

Der SCB erlitt drei Tage nach der 1:6-Blamage in Biel einen weiteren Tiefschlag. Sieben Tore kassierten die Berner letztmals vor ziemlich genau vier Jahren (5:7 in Langnau). Eine Mitschuld an den sieben Gegentoren gegen die Lions muss auch Marco Bührer auf sich nehmen: Der SCB-Goalie hinterliess bei mehreren Treffern einen unsicheren Eindruck.

Weibel mit halbem Shutout

Der EV Zug meldete sich nach drei Niederlagen in Serie mit einem 5:3-Sieg in Lugano zurück. Die Zentralschweizer revanchierten sich gegen die Tessiner damit für den eklatanten Einbruch beim 4:7 vom Samstag vor eigenem Publikum.

EVZ-Goalie Lars Weibel traf in der Resega bei den ersten drei Lugano-Treffern keine Schuld. Der frühere Nationalkeeper liess gar ab der 29. Minute keinen Gegentreffer mehr zu und verzeichnete dadurch quasi einen halben Shutout. Josh Holden war in der Offensive mit einem Unterzahl-Tor und zwei Assists der herausragende Zuger, die zudem dreimal in Überzahl trafen.

Lugano trat auf Grund von Verletzungen sowie der Sperre gegen Kevin Romy mit einem arg dezimierten Team an. Selbst die durch Krankheit noch geschwächten Petteri Nummelin und John Pohl mussten deshalb auflaufen. Durch den Wiedereinbau des von Lugano-Trainer John Slettvoll wenig geschätzten Amerikaners Pohl brachte Lugano wenigstens noch drei Sturmlinien zusammen.

Klotens Tempo-Spektakel

Biel ist nach dem 6:1 gegen Meister Bern unsanft in die Realität zurückgeholt worden. Das offensiv imponierende Kloten entliess den Aufsteiger mit einer 9:2-Packung.

Nachdem Frédéric Rothen die Zürcher schon nach 101 Sekunden in Führung brachte, konnten die Kloten-Fans in regelmässigen Abständen jubeln. Tommi Santala (9./18.) und Sven Lindemann (12.) brachten den vierten Sieg in Folge schon früh in trockene Tücher.

Was dann folgte, war eine Klotener Gala mit Seeländer Statisten, die dem enormen Tempo der Gastgeber nicht einmal ansatzweise etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen hatten und sich gegen die siebte Auswärts-Niederlage in Serie nicht wehren konnten. Höhepunkt war Roman Wicks 5:0, als sich der Internationale nach einer sehenswerten Einzelaktion den Puck auf die Backhand vorlegte und in die hohe Ecke traf (36.). 56 Sekunden später erzielte Steve Kellenberger den 100. Saisontreffer der «Flieger».

Immerhin konnten die Gäste das «Stängeli» vermeiden, dies allerdings auch nur, weil Kloten ein weiteres Dutzend beste Chancen nicht verwerten konnte.

Telegramme:

Kloten - Biel 9:2 (4:0, 2:0, 3:2)

Kolping Arena. - 3955 Zuschauer. - SR Popovic, Bürgi/Marti

Tore: 2. Rothen (Kellenberger, Lindemann) 1:0. 9. Santala (Wick) 2:0. 12. Lindemann (Winkler, Von Gunten/Ausschluss Kamerzin) 3:0. 18. Santala (Rintanen, Hamr/Ausschluss Fata) 4:0. 36. Wick (Rintanen, Santala) 5:0. 37. Kellenberger (Jenni, Rothen) 6:0. 44. Schlagenhauf (Du Bois/Ausschluss Nüssli) 7:0. 46. Jenni (Du Bois, Hamr/Ausschluss Fischer) 8:0. 49. Reber (Gossweiler, Fischer) 8:1. 51. Welti (Wick) 9:1. 55. Nüssli (Ausschlüsse Wick, Hamr) 9:2?

Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Wick) gegen Kloten, 9mal 2 Minuten gegen Biel.

PostFinance-Topskorer: Rintanen; Ling.

Kloten: Rüeger (49. Gallmann); Welti, Hamr; Winkler, Von Gunten; Du Bois, Sidler; Bonnet, Müller; Wick, Santala, Rintanen; Lindemann, Kellenberger, Stancescu; Jenni, Liniger, Rothen; Jacquemet, Schlagenhauf, Walser.

Biel: Wegmüller; Kparghai, Steinegger; Gossweiler, Reber; Hill, Meyer; Kamerzin; Ehrensperger, Peter, Bärtschi; Ling, Fata, Nüssli; Truttmann, Himelfarb, Tschannen; Fischer, Küng, Brägger.

Bemerkungen: Kloten ohne Hofer, Schulthess, Brown (alle verletzt), Biel ohne Schneeberger, Beccarelli, Tschantré, Wetzel (alle verletzt), Neff (krank) und Tuomainen (überzähliger Ausländer). 44. Pfostenschuss Walser. 52. Lattenschuss Du Bois.

Lugano - Zug 3:5 (1:1, 2:2, 0:2)

Resega. - 3276 Zuschauer - SR Kurmann, Mandioni/ Wehrli, Wirth

Tore: 1. (0:20) Casutt (Schnyder, Steinmann) 0:1. 15. Murray (Paterlini, Nummelin/Ausschluss Dupont) 1:1. 22. Isbister (Holden/Ausschluss Hänni, Thoresen; Fischer) 1:2. 24. Näser (Thoresen, Tristan Vauclair) 2:2. 29. Paterlini (Kostovic) 3:2. 38. Isbister (Back/Ausschluss Paterlini) 3:3. 46. Brunner (Holden/Ausschluss Helbling) 3:4. 54. Holden (Duri Camichel, Harrison/Ausschluss Oppliger!) 3:5

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Lugano, 6mal 2 Minuten gegen Zug

PostFiance Topskorer: Thoresen; Fischer.

Lugano: Aebischer: Chiesa, Nodari; Helbling, Hänni; Nummelin, Julien Vauclair; Thoresen, Pohl, Domenichelli; Näser, Murray, Tristan Vauclair; Kostovic, Paterlini, Jörg.

Zug: Weibel: Harrison, Dupont; Diaz, Back; Kress, Meier; Schnyder, Steinmann, Casutt; Christen, Holden, Duri Camichel; Bruner, Fischer, Di Pietro; Corsin Camichel, Oppliger, Isbister.

Bemerkungen: Lugano ohne Sannitz, Conne, Hirschi, Lemm, Robitaille (alle verletzt) und Romy (gesperrt). - Zug ohne Sutter und McTavish (beide verletzt). - Pfosten: 14. Tristan Vauclair, 17. Murray, 37. Christen, 60. Duri Camichel. - Lugano ab 58:13 ohne Torhüter. - 59:04 Timeout Lugano.

ZSC Lions - Bern 7:4 (2:1, 2:1, 3:2)

Hallenstadion. - 8014 Zuschauer. - SR Reiber/Stricker, Abegglen/Kaderli

Tore: 12. Gamache (Rüthemann, Josi/Ausschluss Blindenbacher) 0:1. 14. Trudel (Seger, Pittis) 1:1. 20. (19:05) Adrian Wichser (Sejna, Blindenbacher/Ausschlüsse Bordeleau, Roche) 2:1. 25. Roche (Gamache, Dubé) 2:2. 35. Blindenbacher (Adrian Wichser, Trudel/Ausschluss Plüss) 3:2. 38. Gardner (Suchy) 4:2. 43. Alston 5:2. 45. Gelinas (Dubé, Gamache) 5:3. 49. (48:00) Adrian Wichser (Seger/Ausschluss Ziegler) 6:3. 56. Pittis (Blindenbacher, Suchy) 7:3. 59. Jobin (Gamache/Ausschluss Martin Plüss!) 7:4

Strafen: je 8mal 2 Minuten PostFinance-Topskorer: Gardner; Dubé.

ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Suchy; Geering, Seger; Cadonau, Schelling; Gardner, Adrian Wichser, Sejna; Bühler, Pittis, Trudel; Monnet, Alston, Bastl; Krutow, Gloor, Grauwiler.

Bern: Bührer; Roche, Leuenberger; Jobin, Josi; Rytz, Philippe Furrer; Gelinas, Dubé, Gamache; Rüthemann, Martin Plüss, Bordeleau; Pascal Berger, Thomas Ziegler, Reichert; Trevor Meier, Froidevaux, Daniel Meier.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Forster, Daniel Schnyder, Kamber, Stoffel (alle verletzt) und Sulander, Bern ohne Abid (beide überzählige Ausländer), Beat, Gerber, Patrik Bärtschi und Chatelain (alle verletzt). (si)

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