Aktualisiert 25.01.2020 23:47

National LeagueFreud und Leid in der Overtime

Die ZSC Lions gewinnen gegen Rivalen HC Davos nach Verlängerung, während Meister Bern nach der Extraschicht 3:4 gegen Servette verliert.

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kk, ädu, mob, phm
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28 Sekunden: Weniger als eine halbe Minute dauerte die Overtime, bevor die ZSC Lions das siegbringende fünfte Tor schossen.

28 Sekunden: Weniger als eine halbe Minute dauerte die Overtime, bevor die ZSC Lions das siegbringende fünfte Tor schossen.

Keystone/Patrick B. Kraemer
Auch für Davos gab es einige Tore zu bejubeln, besonders als die Bündner die Partie vermeintlich gedreht zu haben schienen.

Auch für Davos gab es einige Tore zu bejubeln, besonders als die Bündner die Partie vermeintlich gedreht zu haben schienen.

kein Anbieter/Daniela Frutiger/Freshfocus
Am Ende behielten die Zürcher auch im vierten Spiel der laufenden Saison gegen Davos die Oberhand.

Am Ende behielten die Zürcher auch im vierten Spiel der laufenden Saison gegen Davos die Oberhand.

Keystone/Patrick B. Kraemer

Das Spitzenspiel hält, was es verspricht. Die ZSC Lions gewinnen gegen Davos nach früher 3:1-Führung und spätem 3:4-Rückstand dank starkem Powerplay mit 5:4 nach Verlängerung. Nach dem bizarren Torfestival beim 9:6-Sieg in Genf am Donnerstag erleben die Zürcher Fans auch im Heimspiel gegen die Bündner ein konstantes Auf und Ab. Der HCD erwischt den klar besseren Start, überrascht den ZSC mit einem sehr forschen Auftreten im Hallenstadion. Der HC Davos schiesst ein Tor, das wegen Torhüterbehinderung annulliert wird, er trifft durch einen von Axel Simic ins eigene Tor gelenkten Schuss Félicien Du Bois' regulär, und er trifft durch Luca Hischier den Aussenpfosten – dem ZSC bleibt stets nur die Zuschauerrolle.

Der Zürcher Ausgleichstreffer kommt aus dem Nichts und hat einen groben Fehlpass von HCD-Verteidiger Magnus Nygren zum Ursprung. Der Treffer beflügelt den ZSC, der bis zum Ende des Startdrittels 3:1 in Führung geht. Doch es passt zu dieser schnellen, attraktiven Partie, das dies noch bei weitem nicht der Schlusspunkt ist. Davos verkürzt, Davos gleicht aus, Davos geht in Führung, die Schlussviertelstunde wird zu einer wilden Angelegenheit. Es sind die Zürcher Powerplay-Treffer 2 und 3 an diesem Abend, welche die Wende und die Entscheidung bringen: Chris Baltisberger schiesst den ZSC in die Overtime, Fredrik Pettersson dort nach 28 Sekunden für die Entscheidung. Es ist der vierte Zürcher Sieg im vierten Duell mit Davos.

SC Bern kommt nicht vorwärts

Am Donnerstag hatte das sonst so solide Servette gegen die ZSC Lions neun Gegentreffer kassiert. In Bern hütete darum nicht Gauthier Descloux, sondern Robert Mayer das Tor der Genfer. Doch dieser liess sich schon nach 135 Sekunden von Gregory Sciaroni bezwingen und sah dabei nicht gut aus. Weil SCB-Goalie Tomi Karhunen noch fehlerhafter agierte, stand es nach dem ersten Drittel 2:2.

Im zweiten Abschnitt steigerten sich die Keeper und die Torflut ebbte ab. Die physisch klar überlegenen Genfer übernahmen das Kommando und gingen durch den Kanadier Eric Fehr, der schon das 1:1 erzielt hatte, verdient 3:2 in Führung. Weil Inti Pestoni in der 48. Minute für den Meister ausglich, wurde die Verlängerung fällig, welche Roger Karrer nach 77 Sekunden beendete.

Ambri gewinnt dank starkem Powerplay

Zwei Spiele, null Punkte. Die SCL Tigers blicken auf eine rabenschwarze Doppelrunde zurück. Dabei hätte man nach dem schwachen Auftritt am Freitag gegen Lausanne (0:4) eigentlich eine Reaktion der Langnauer erwarten können. Doch bei der 2:4-Niederlage in Ambri bringt sich die Equipe von Heinz Ehlers selbst aufs Abstellgleis, und das trotz formidablem Auftakt. Denn 19 Minuten lang hatten die SCL Tigers in der Valascia alles im Griff. Sie führten 1:0, wobei das Skore gemessen an den Chancenanteilen deutlicher hätte sein sollen. Dann kassierte Pascal Berger eine zugegebenermassen streng gepfiffene 2-Minuten-Strafe, und aus Emmentaler Optik geriet alles aus den Fugen.

33 Sekunden vor der ersten Pause traf Noele Trisconi in Überzahl zum Ausgleich. Und von diesem Zeitpunkt an spielte fast nur noch Ambri. Matt D'Agostini traf im Mittelabschnitt zweimal aus fast identischer Position. Auf den 1:3-Rückstand vermochten die SCL Tigers nicht mehr zu reagieren, auch wenn Harri Pesonen mittels Penalty in der 58. Minute noch ganz kurz Hoffnungen im zahlreich mitgereisten Langnauer Anhang aufkommen liess. Sie verflüchtigten sich spätestens, als Marco Müller mit dem Empty-Netter den Schlussstand besiegelte.

Ein Tor reicht Zug zum Sieg in Biel

60 Minuten, 39 Sekunden und 65 Torschüsse musste sich die 6300 Zuschauer in Biel gedulden, ehe sie das einzige Tor des Abends in der Partie gegen Zug zu sehen bekamen. Grund zum Jubel war dies für die meisten trotzdem nicht, denn Zugs Kovar beendete im Nachsetzen mit seinem 1:0 die Verlängerung. Es war ein verdienter Sieg für den EVZ, der auf fast doppelt so viele Abschlüsse kam wie die Seeländer. Die beiden Clubs setzten ihre Serie enger Spiele damit fort: Alle sechs Saisonbegegnungen endeten mit nur einem Tor Differenz, kein einziges Drittel mit über einem Treffer Unterschied.

Gottérons Lebenszeichen in Lausanne

Verteidiger Stalder gehört nicht unbedingt zu Fribourgs offensiven Leistungsträgern. Doch sein erstes Saisontor ebnete Gottéron den Weg zum eminent wichtigen Auswärtssieg in Lausanne. Der 33-Jährige schoss sein Team in der 49. Minute in Führung, später besiegelte Rossi das 3:1 per Empty-Netter. Matchwinner war aber auch Goalie Reto Berra, der die Waadtländer schier zur Verzweiflung brachte und 34 Schüsse stoppte. Der Kampf ums Playoff spitzt sich zu: Fribourg verkleinerte den Rückstand auf die achtplatzierten SCL Tigers auf 3 Punkte – bei zwei Partien weniger.

Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Telegramme:

ZSC Lions - Davos 5:4 (3:1, 0:1, 1:2, 1:0) n.V. 11'200 Zuschauer (ausverkauft). - SR Hebeisen/Urban, Fuchs/Wolf.Tore: 5. Du Bois (Ambühl) 0:1. 11. Sigrist (Simic, Schäppi) 1:1. 13. Simic (Diem/Ausschluss Baumgartner) 2:1. 20. (19:18) Phil Baltisberger 3:1. 25. Ambühl (Herzog) 3:2. 42. Kessler (Herzog) 3:3. 45. Nygren (Palushaj, Lindgren/Ausschluss Phil Baltisberger; Ambühl) 3:4. 56. Chris Baltisberger (Roe/Ausschluss Nygren) 4:4. 61. (60:28) Pettersson (Roe, Noreau/Ausschluss Herzog) 5:4.Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 8mal 2 plus 10 Minuten (Ambühl) gegen Davos.PostFinance-Topskorer: Suter; Lindgren.ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Sutter; Pettersson, Roe, Suter; Bodenmann, Diem, Hollenstein; Chris Baltisberger, Prassl, Roman Wick; Simic, Schäppi, Sigrist; Brüschweiler.Davos: Sandro Aeschlimann; Du Bois, Jung; Nygren, Guerra; Kienzle, Stoop; Barandun; Ambühl, Corvi, Herzog; Marc Wieser, Lindgren, Hischier; Palushaj, Baumgartner, Tedenby; Frehner, Marc Aeschlimann, Egli; Kessler.Bemerkungen: ZSC Lions ohne Krüger (überzähliger Ausländer), Blindenbacher, Flüeler und Pedretti, Davos ohne Bader, Paschoud, Dino Wieser (alle verletzt). 4. Tor von Tedenby wegen Torhüterbehinderung aberkannt. Pfostenschüsse Noreau (47./Latte) und Simic (54.) Timeout ZSC Lions (59:17).

Bern - Genève-Servette 3:4 (2:2, 0:1, 1:0, 0:1) n.V. 15'550 Zuschauer. - SR DiPietro/Piechaczek, Obwegeser/Altmann.Tore: 3. Sciaroni 1:0. 11. (10:02) Fehr 1:1. 11. (10:23) Ebbett (Scherwey) 2:1. 13. Tömmernes 2:2. 30. Fehr (Winnik, Maurer) 2:3. 48. Pestoni (Arcobello) 3:3. 62. (61:17) Karrer (Wingels, Richard) 3:4. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 plus 10 Minuten (Maurer) gegen Genève-Servette.PostFinance-Topskorer: Arcobello; Wingels.Bern: Karhunen; Untersander, MacDonald; Andersson, Beat Gerber; Krueger, Blum; Colin Gerber; Praplan, Arcobello, Moser; Ruefenacht, Ebbett, Scherwey; Sciaroni, Heim, Pestoni; Berger, Kämpf; Jeremi Gerber.Genève-Servette: Mayer; Karrer, Maurer; Jacquemet, Tömmernes; Le Coultre, Kast; Smons; Miranda, Fehr, Winnik; Wingels, Richard, Patry; Wick, Smirnovs, Bozon; Riat, Berthon, Douay; Maillard.Bemerkungen: Bern ohne Grassi, Bieber, Burren, Henauer (alle verletzt) und Mursak (überzähliger Ausländer), Genève-Servette ohne Mercier, Völlmin, Fritsche (alle verletzt) und Rod (gesperrt).

Ambri-Piotta - SCL Tigers 4:2 (1:1, 2:0, 1:1) 5359 Zuschauer. - SR Stricker/Fluri, Progin/Cattaneo.Tore: 10. Elo (Huguenin, Pesonen/Ausschluss Hinterkircher) 0:1. 20. (19:27) Trisconi (Flynn, D'Agostini/Ausschluss Berger) 1:1. 30. D'Agostini (Flynn, Plastino/Ausschluss Cadonau) 2:1. 33. D'Agostini (Plastino, Trisconi/Ausschluss Maxwell) 3:1. 58. Pesonen 3:2 (Penalty). 60. (59:12) Müller (Plastino) 4:2 (ins leere Tor).Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta, 7mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers.PostFinance-Topskorer: D'Agostini, Pesonen.Ambri-Piotta: Conz; Fora, Dotti; Plastino, Fischer; Fohrler, Ngoy; Pezzullo; Trisconi, Flynn, D'Agostini; Müller, Novotny, Zwerger; Incir, Goi, Bianchi; Neuenschwander, Dal Pian, Hinterkircher; Mazzolini.SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Leeger; Erni, Lardi; Cadonau, Huguenin; Grossniklaus; Berger, Maxwell, Pesonen; Elo, Gagnon, Schmutz; Kuonen, Diem, Neukom; Andersons, In-Albon, Sturny; Rüegsegger.Bemerkungen: Ambri ohne Rohrbach, Kneubuehler, Kostner, Pinana, Upshall und Hofer (alle verletzt), Sabolic (überzähliger Ausländer), SCL Tigers ohne Blaser, Dostoinow, Earl und Schilt (alle verletzt), sowie DiDomencio (überzähliger Ausländer). - Erstes Spiel von Ambris Verteidiger Rocco Pezzullo (18) in der National League. Pfostenschuss Elo (35.). SCL Tigers von 58:46 bis 59:13 ohne Torhüter.

Biel - Zug 0:1 n.V. 6303 Zuschauer. - SR Lemelin/Borga, Kaderli/Gnemmi.Tor: 61. (60:39) Kovar (Hofmann) 0:1.Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Biel, 4mal 2 Minuten gegen Zug.PostFinance-Topskorer: Rajala; Hofmann.Biel: Hiller; Moser, Kreis; Rathgeb, Forster; Rantakari, Fey; Fuchs, Ullström, Rajala; Riat, Nussbaumer, Schneider; Brunner, Cunti, Künzle; Tschantré, Neuenschwander, Kohler; Bärtschi.Zug: Genoni; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Geisser; Zgraggen; Klingberg, Kovar, Hofmann; Martschini, Lindberg, Thorell; Simion, Senteler, Bachofner; Leuenberger, Albrecht, Zehnder.Bemerkungen: Biel ohne Pouliot, Hügli, Salmela, Ulmer, Gustafsson, Lüthi (alle verletzt) und Sataric (krank), Zug ohne Schnyder (verletzt).

Lausanne - Fribourg-Gottéron 1:3 (0:0, 1:1, 0:2) 9600 Zuschauer (ausverkauft). - SR Salonen/Müller, Schlegel/Ambrosetti.Tore: 26. Abplanalp (Mottet) 0:1. 31. Jooris (Holm) 1:1. 49. Stalder 1:2. 58. Rossi 1:3 (ins leere Tor).Strafen: 3mal 2 plus 10 Minuten (Kenins) gegen Lausanne, 7mal 2 plus 10 Minuten (Chavaillaz) gegen die Fribourg-Gottéron.PostFinance-Topskorer: Jeffrey; Mottet.Lausanne: Stephan; Lindbohm, Frick; Grossmann, Genazzi; Nodari, Holm; Oejdemark; Bertschy, Jooris, Kenins; Vermin, Emmerton, Jeffrey; Moy, Almond, Herren; Traber, Froidevaux, Leone; Roberts.Fribourg-Gottéron: Berra; Kamerzin, Marti; Gunderson, Chavaillaz; Abplanalp, Stalder; Forrer; Lauper, Marchon, Vauclair; Rossi, Boychuk, Mottet; Brodin, Schmid, Stalberg; Gähler, Schmutz, Lhotak.Bemerkungen: Lausanne ohne Antonietti (verletzt) und Heldner (gesperrt), Fribourg-Gottéron ohne Bykow, Desharnais, Furrer und Walser (alle verletzt) sowie Sprunger (gesperrt). Timeout Lausanne (58.). Lausanne von 57:37 bis 57:59 und 58:33 bis 60:00 ohne Torhüter.

Rangliste: 1. Zug 39/73 (119:101). 2. ZSC Lions 41/73 (139:105). 3. Genève-Servette 41/70 (118:104). 4. Davos37/68 (123:103). 5. Biel 41/62 (120:119). 6. Lugano 41/58 (100:109). 7. Lausanne 37/57 (105:98). 8. SCL Tigers 40/54 (96:117). 9. Bern 39/53 (104:115). 10. Fribourg-Gottéron 38/51 (90:102). 11. Ambri-Piotta 41/51 (102:117). 12. Rapperswil-Jona Lakers 39/41 (98:124).

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