ZSC Lions: Pfiffe von den Fans und ein Anpfiff vom Präsidenten
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ZSC Lions: Pfiffe von den Fans und ein Anpfiff vom Präsidenten

Das Verpassen der Playoffs war für die ZSC Lions noch lange nicht der Tiefpunkt einer saisonlangen Talfahrt. Bei der 1. Playout-Pleite gegen Servette-Genf sind die harmlosen «Löwen» in eine neue Dimension der Tristesse vorgestossen.

Beim Auftakt der Playout-Serie gegen Servette-Genf unterlag das inferiore «Team» von Juhani Tamminen 2:5. Den Heimvorteil hat der ZSC - vor Saisonbeginn noatebene der meistgenannte Titelfavorit - im Best-of-7-Duell damit auf blamable Art verspielt.

Offenkundig hat die Mehrheit im Zürcher Starensemble den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt. Anders ist der erste Fehltritt gegen Servette seit dem Aufstieg der Genfer nicht zu deuten. Ausser Blindenbachers 1:1 blieben die Lions der zahlenden Kundschaft alles schuldig. Riveras 1:2 in der 17. Minute war bereits entscheidend. Kein Zürcher unternahm einen Schritt zu viel, keiner mochte sich gegen den weiteren Tiefschlag aufzulehnen. Die wenigen Zuschauer, das Hallenstadion war effektiv kaum zu einem Drittel besetzt, pfiffen sich die Entrüstung vom Leib.

Während die Fans ihren Unmut kundtaten, schritt Verwaltungsratspräsident Walter Frey auf direktem Weg in die Kabine der Lions. Mehrere Minuten lang blieb die Türe danach verschlossen. Was Frey den Spielern übermittelte, war unschwer zu erahnen. Klartext sprach später auch Captain Mathias Seger: «Es war im dümmsten Moment eine sehr schlechte Leistung von uns. Nichts passte zusammen. Jetzt müssen wir alle Opfer bringen und mit viel Herzblut hart arbeiten. Nur so kommen wir aus diesem Loch wieder heraus.»

Mehrfach rückte die Genfer Paradeformation um Jamie Wright und Igor Fedulow in den Blickpunkt - beim 1:0 und kursweisenden 3:1 führte diese Linie Regie. Dass sie auf dem Weg zum Torerfolg von niemandem behindert wurden, nahmen die Romands dankbar zur Kenntnis. Servettes dritter Treffer war das Ergebnis einer wunderbaren Passfolge durch die Reihe prominenter Zürcher Statisten. Die restlichen Treffer markierten die Genfer in Unterzahl. Nichts verdeutlichte das Zürcher Trauerspiel besser als jene beiden Shorthander in der Schlussphase.

Gewiss, die Genfer hatten in den letzten vier Runden der Qualifikation sieben von acht möglichen Punkten gewonnen und waren dementsprechend selbstbewusst im «Tempel» erschienen. Mit dem ersten Sieg nach zuletzt acht Niederlagen in Serie in Zürich hatten sie gleichwohl nicht kalkulieren dürfen. Angesichts der lamentablen Verfassung der Lions ist den Servettiens nun aber alles zuzutrauen - und den Lions gar nichts mehr...

(si/mat)

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