Champions Hockey League: ZSC Lions verschenken Sieg kurz vor Schluss
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Champions Hockey LeagueZSC Lions verschenken Sieg kurz vor Schluss

Im ersten Finalspiel der Hockey Champions League führten die ZSC Lions bis 43 Sekunden vor Schluss in Magnitogorsk mit 2:1, ehe Ari Sulander einen satten Weitschuss passieren liess und den Russen noch das glückliche 2:2 Unentschieden ermöglichte.

Die ZSC Lions haben in der Champions Hockey League die Sensation im Final-Hinspiel auswärts gegen Metallurg Magnitogorsk nur ganz knapp verpasst.

Der Schweizer Meister erreichte gegen die «übermächtigen» Russen nach einer 2:0-Führung und einer weiteren Top-Leistung ein 2:2-Unentschieden. Den Ausgleich erzielte Magnitogorsk durch Tomas Rolinek erst 43 Sekunden vor dem Ende der Partie.

Die Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Mittwoch in Rapperswil ist völlig offen: Der Sieger gewinnt die Champions League, bei einem Unentschieden würde unmittelbar nach der regulären Spielzeit ein Penaltyschiessen über den Gewinner der Trophäe entscheiden.

Die Zürcher starteten fulminant in die Partie und setzten die «übermächtigen» Russen gar unter Druck. Nach dem ersten Drittel und Treffern von Jean-Guy Trudel (Eigentor Witali Atjuschow) und Champions-League-Topskorer Adrian Wichser lagen die Lions völlig verdient 2:0 in Führung.

Im Mittelabschnitt fand Magnitogorsk, das im Vorjahr den Vorgänger-Wettbewerb (European Champions Cup) gewonnen hatte, den Rhythmus immer besser und begann seine spielerische Überlegenheit auszuspielen. Doch ein Gegentor liessen die ZSC Lions vorerst nicht zu. Angeführt vom einmal mehr souveränen Sulander im Tor zeigte die Zürcher Defensive eine absolute Weltklasse-Leistung.

Im Schlussabschnitt mussten sich die Lions dem Druck der Russen schliesslich doch beugen. Zuerst machte Atjuschow seinen Lapsus aus dem Startabschnitt wieder gut und bezwang den Finnen mit einem Weitschuss (52.) zum 1:2.

Ärgerlich war der Ausgleich aus Sicht der Lions aber trotzdem: Gleich zweimal hatten sie in der Schlussphase den Matchpuck auf dem Stock. Eine Minute vor dem Anschlusstreffer scheiterte Jan Alston kläglich mit einem Penalty am russischen Keeper Ilja Proskurjakow. Und in der 57. Minute lief Thibaut Monnet alleine aufs Tor von Magnitogorsk zu, brachte den Puck aber ebenfalls nicht unter.

Champions League wird ausgebaut

Die Champions Hockey League wird auf die kommende Saison ausgebaut. Wie die Organisatoren am Tag des Final-Hinspiels zwischen Magnitogorsk und den ZSC Lions bestätigten, werden neu 29 Teams aus 22 Nationen am diesen Herbst lancierten Wettbewerb teilnehmen.

Neu werden auch die 15 Meister der Nationen, die im Europa- Ranking auf den Positionen 8 bis 22 klassiert sind, an der Qualifikation partizipieren. Diese Qualifikation wird neu in zwei Phasen abgehalten. Nebst den genannten Meistern werden auch die Regular-Season-Gewinner der besten sieben Nationen, die diese Saison teilweise direkt für die Gruppenphase (wie bisher 12 Teams) qualifiziert waren, an daran teilnehmen. Fünf Qualifikanten und die Meister der besten sieben Nationen werden wie bisher in vier Dreiergruppen die Halbfinalisten ermitteln.

Die Schweiz ist im massgebenden Europa-Ranking derzeit im 6. Rang klassiert, dürfte nach den Erfolgen der ZSC Lions aber noch nach vorne stossen. Unter die Top 4 Europas - der zweite Schweizer Vertreter müsste dann erst in der zweiten Qualifikations-Phase eingreifen - dürfte es dennoch kaum reichen. Voraussichtlich wird der Sieger der NLA-Qualifikation aber erst gegen die Meister aus Nationen wie Rumänien, Grossbritannien oder Holland bestehen müssen.

Champions Hockey League - 1. Finalspiel

Magnitogorsk - ZSC Lions 2:2 (0:2,0:0,2:0)

Metallurg-Arena. - 7700 Zuschauer (ausverkauft). - SR Husicka/Sindler (Tsch), Blumel/Pouzar (Tsch).

Tore: 10. Trudel (Schelling, Pittis) 0:1. 13. Wichser (Sejna, Gardner) 0:2. 52. Atjuschow (Marek) 2:2. 60. (59:17) Rolinek (Warlamow) 2:2.

Strafen: je 4mal 2 Minuten.

Metallurg Magnitogorsk: Proskurjakow; Atjuschow, Warlamow; Malenkich, Birjukow; Bulin, Selujanow; Kudrna, Rolinek, Marek; Mirnow, Kaigorodow, Platonow; Chlistow, Tschistow, Sawaruchin.

ZSC Lions: Sulander; Suchy, Blindenbacher; Seger, Schnyder; Geering, Schelling; Down, Pittis, Trudel; Wichser, Gardner, Sejna; Krutow, Kamber, Grauwiler; Bastl, Alston, Monnet.

Bemerkungen: ZSC ohne Bühler (Hirnerschütterung) und Stoffel (rekonvaleszent). Alston verschiesst Penalty (51.). Timeouts: ZSC Lions (52.) und Metallurg Magnitogorsk (59:17).

LIVE-TICKER

60. Das Spiel ist aus - Die ZSC Lions müssen sich nach bravourösem Spiel mit einem 2:2 begnügen.

60. Noch 10 Sekunden, Seger muss ein Foulspiel in Kauf nehmen und kassiert noch eine Strafe, Sulander muss noch zweimal eingreifen und kann so wenigstens noch das 2:2 retten.

60. Tor für Magnitogorsk! Sulander lässt sich 43 Sekunden vor Schluss erwischen, der Puck kullert zum 2:2 ins Zürcher Tor. Ausgerechnet jetzt patzt Sulander, der bis anhin alle Angriffe abwürgte.

56. Monnet profitiert von einem russischen Ausrutscher, vergibt die Entscheidung aber am starken Proskuryakov im Metallurg-Kasten.

53. Jetzt ist die Partie neu lanciert, die Russen glauben wieder an sich, die Fans auch, aber noch sind die Lions vorne, spannende Schlussminuten sind garantiert.

51. Tor für Magnitogorsk! Sulander ist ein erstes Mal bezwungen, Atyushov erzielt mit einem One-Timer von der Blauen Linie den 1:2 Anschlusstreffer.

50. Penalty für die Lions, Monnet wird zurückgerissen. Alston übernimmt die Verantwortung und führt den Penalty aus, verhaspelt sich dann aber vor dem russischen Keeper - Chance zur Entscheidung dahin.

49. Den Russen gelingt es erst jetzt, einigermassen Druck zu erzeugen, aber das Tor von Sulander scheint wie verriegelt.

48. Die 7700 Zuschauer werden von Minute zu Minute unruhiger, konsternierte Gesichter, wohin man schaut, so haben sie sich den Spielverlauf gegen die unbekannten Lions nicht vorgestellt...

45. Die Lions spielen nach wie vor sehr diszipliniert und lassen sich zu keinen Fouls hinreissen - und kassieren somit keine unnötige Strafen.

44. Sulander muss ein erstes Mal eingreifen in diesem Schlussdrittel. Im Gegenzug vergibt GCK-Verstärkung Down den dritten Zürcher Treffer.

41. Alles ist bereit fürs Schlussdrittel, die letzten 20 Minuten sind angebrochen.

40. Drittelspause. Immer noch 0:2! - Die Lions halten die Russen nach wie vor auf Distanz und vermögen so den Vorsprung von zwei Treffern mehr oder weniger ungefährdet ins Schlussdrittel zu retten. Noch ein diszipliniertes Drittel und den Lions könnte gelingen, was im Vorfeld der Partie nur wenige für möglich gehalten haben.

35. Die Lions sind wieder komplett, das erste Boxplay des Spiels war erfolgreich, es bleibt beim Zwei-Tore-Vorsprung.

33. Strafe gegen die ZSC Lions. Die Formation der Russen steht, Trudel blockt den Schuss ab und kann alleine auf Proskuryakov losziehen, scheitert aber am russischen Goalie.

31. Sulander steht jetzt mehr im Brennpunkt als im Startdrittel, der Finne macht aber einen gewohnt ruhigen und abgeklärten Eindruck.

30. Die Lions geraten jetzt zunehmends unter Druck, die Russen erhöhen die Schlagzahl und versuchen die Zürcher einzuschnüren. Bereits ist die Hälfte der Partie gespielt, der ZSC gelingt es bisher, die Führung zu verteidigen.

27. Magnitogorsk kann sich so langsam mehr Spielanteile erarbeiten und gewinnt so auch das Publikum wieder zurück, noch stehen die Lions aber stabil und lassen die Russen nach wie vor auf Granit beissen.

24. Heikle Szene, ein Tor für Magnitogorsk findet keine Anerkennung, die Linesmen hatten das Spiel schon wegen Offsides vorher unterbrochen.

21. Nicht einmal 60 Sekunden im Mittelabschnitt gespielt und schon kommen die Lions durch Gardner zur nächsten Chance, diesmal bleiben die Zürcher aber ohne Fortune.

21. Die Spieler sind zurück auf dem Eis, das Mitteldrittel kann beginnen. Die Russen wissen jetzt, womit sie es mit den Lions zu tun haben.

20. Was für ein Startdrittel in Magnitogorsk - die ZSC Lions dominierten das 1. Drittel fast nach Belieben und führen verdient mit zwei Toren Vorsprung. Aber noch bleiben 40 Minuten zu spielen, Zeit genug für das Heimteam, Korrekturen vorzunehmen und zu reagieren. ZSC-Coach Simpson seinerseits kann mit seinen Boys mehr als zufrieden sein, trotzdem gilt für die nächsten zwei Drittel: nicht nachlassen, weiter dranbleiben, Druck machen.

15. Für einmal kommen auch die Russen gefährlich vor das Zürcher Tor, Ari Sulander aber stoppt Marek und hält seinen Kasten sauber.

12. Tor für die Lions! Wieder klingelt es hinter Proskuryakov, Wichser, der Topscorer des laufenden Wettbewerbs, staubt nach einem herrlichen Angriff über mehrere Stationen und finalem Zuspiel von Sejna zum 0:2 ab.

12. In der Halle ist es ziemlich ruhig geworden, die Stimmung ist erkaltet, vereinzelte Pfiffe des Unmuts machen sich schon breit.

10. Tor für die Lions! Trudel zieht ab, der Puck wird noch abgelenkt und landet im Metallurg-Kasten. Ein zwar glückliches, aber redlich verdientes Tor für den ZSC.

10. Die ersten zehn Minuten sind fast vorbei, was niemand im Stadion erwartete, ist bislang eingetroffen, die Gäste aus Zürich dominieren den Match.

7. Die Lions wirken hochkonzentriert, lassen den Russen nur wenig Raum zur Entfaltung, vor allem aber sind sie mehr in Scheibenbesitz, was sicherlich ein Schlüssel zum Erfolg ist.

5. Die Lions erwischen einen guten Start, die Russen scheinen etwas überrascht vom kecken Auftritt der offensiv ausgerichtetn Zürcher in der Startphase.

3. Die Zürcher können sich zwar im gegenerischen Drittel festsetzen, Alstons Schuss wird aber von Proskuryakov souverän geblockt.

1. Bereits die erste Strafe des Spiels, ein Russe spediert die Scheibe über die Bande und kassiert 2 Strafminuten.

1. Anpfiff zum 1. Drittel. Das erste Bully gewinnen die Lions.

- Das Spiel beginnt in Kürze, die besten Spieler kommen aufs Eis und werden unter Scheinwerferlicht einzeln vorgestellt. Im Anschluss daran werden die Nationalhymnen gespielt. Dann kanns endlich losgehen.

20 Minuten Online berichtet ab ca. 17.30 Uhr live von der Partie Magnitogorsk - ZSC Lions.

(si)

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