Widerstand gegen «Theatre of Dreams»: ZSC-Stadion soll keine Familiengärten zerstören

Aktualisiert

Widerstand gegen «Theatre of Dreams»ZSC-Stadion soll keine Familiengärten zerstören

Das geplante Eishockey-Stadion in Zürich-Altstetten hat zwar grosse Unterstützung. Trotzdem ist der Widerstand noch nicht geschmolzen.

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So soll das «Traumtheater» von Zürich dereinst aussehen. Am 13. März 2013 präsentierte die Stadt das Siegerprojekt des Wettbewerbs vom Architekturbüro Caruso St John Architects.

So soll das «Traumtheater» von Zürich dereinst aussehen. Am 13. März 2013 präsentierte die Stadt das Siegerprojekt des Wettbewerbs vom Architekturbüro Caruso St John Architects.

Cristaldi Gabriella (ahb)
Auch bei Nacht macht das «Theatre of Dreams» eine gute Figur.

Auch bei Nacht macht das «Theatre of Dreams» eine gute Figur.

Cristaldi Gabriella (ahb)
Eine Terrasse im Aussenbereich ist für den Komplex geplant.

Eine Terrasse im Aussenbereich ist für den Komplex geplant.

Cristaldi Gabriella (ahb)

Das «Komitee Nein zum Eishockeystadion» setzt sich insbesondere für den Erhalt der Familiengärten auf dem Areal ein. Zudem sei das Stadion einfach «unnötig und teuer», teilte das Komitee am Freitag mit. Dem Komitee gehören der Familiengartenverein Altstetten-Albisrieden und der Schweizer Familiengärtner-Verband an sowie politische Gegner der Vorlage (Grüne, AL).

Auf der «Unteren Isleren» in Altstetten befinden sich zurzeit 321 Familiengärten. 122 davon gingen durch den Bau des Stadions «Theatre of Dreams» verloren.

Stadt betreibe Raubbau an Familiengärten

Gegen den Verlust dieser Familiengärten setzte man sich vehement zur Wehr, sagte Adolf Gloor, Präsident des Familiengartenvereins Altstetten-Albisrieden, zur Nachrichtenagentur sda. Denn das Ersatz-Angebot der Stadt auf dem Areal Dunkelhölzli «existiert nur auf dem Papier».

Laut Gloor müsste die Stadt nämlich 12 bis 16 Millionen Franken im Dunkelhölzli investieren. Und ob dieser Betrag vom Gemeinderat je abgesegnet werde, sei äusserst unsicher, sagte Gloor weiter. Zudem störe es den Verein grundsätzlich, dass die Stadt immer wieder «Raubbau an Familiengarten-Arealen betreibt, ohne adäquaten Ersatz zu bieten».

«Zu teurer Traum»

Bekämpft wird das Projekt auch von den Grünen und der Alternativen Liste (AL). Die Grünen stört vor allem der gewählte Standort und die damit verbundene Zerstörung von Familiengärten. Eine Umzonung des Areals widerspreche zudem ihrer Grünstadt-Initiative, argumentierten sie.

Für die AL ist die Arena «ein zu teurer Traum». Der Stadtrat habe ein überaus grosszügiges Subventions-Päckli geschnürt, von dem andere nur träumen könnten.

Knappe Geld der Stadt für vordringliche Zwecke nutzen

Das ZSC-Darlehen entspricht laut AL den Baukosten von zwei Schulhäusern. Das knappe Geld der Stadt müsse für diese vordringlichen Zwecke eingesetzt werden.

Zugleich müsse der Stadtrat sein Versprechen einlösen und über seine Vertreter in der Hallenstadion AG dafür sorgen, dass die ZSC Lions in Oerlikon die ihren Bedürfnissen entsprechende Spielstätte erhalten.

Zwei Hallen unter einem Dach

Der Stadtrat setzt sich jedoch für den Neubau ein. Geplant sind zwei Hallen unter einem Dach: die Haupthalle mit einer Kapazität für 11'600 Fans (davon 2500 Stehplätze) und die Trainingshalle mit 220 Sitz- und 80 Stehplätzen.

Die Investitionskosten für das neue Stadion belaufen sich gesamthaft auf 169 Millionen Franken. Der Eishockeyclub steuert 36 Millionen Franken bei. Von Bund, Kanton und Dritten sind weitere Investitionsbeiträge in Höhe von 19 Millionen Franken geplant.

Darlehen der Stadt innert 65 Jahren zurück zahlen

Die Stadt möchte der ZSC Lions AG ein Darlehen in der Höhe von 120 Millionen Franken gewähren. Es ist für den Bau des Stadions vorgesehen und muss innerhalb von 65 Jahren zurückbezahlt werden.

Zudem will sie das Baurecht für das 28'000 Quadratmeter grosse Grundstück mit einem Baurechtszins von jährlich 35'000 Franken gewähren. Hinzu kommen noch ein Objektkredit von 2,8 Millionen Franken für die Altlastensanierung des Schrebergartengebiets in Altstetten und ein Objektkredit von 1,9 Millionen Franken für Erschliessungsmassnahmen.

Ausserdem ist ein jährlicher Betriebsbeitrag der Stadt von 2 Millionen Franken an die ZSC Lions AG vorgesehen. Nach 30 Jahren wird darüber neu verhandelt.

(sda)

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