Aktualisiert 26.09.2009 13:53

Nach TransferZSC-Star Gardner wird nicht bestraft

Ryan Gardner, einer der Leitwölfe bei den ZSC Lions, hat einen Vierjahresvertrag beim SC Bern unterschrieben. Dafür wird er vom ZSC nicht bestraft und Manager Peter Zahner liefert für die Milde eine überraschende Antwort.

von
Klaus Zaugg

Der bestbezahlte Angestellte des Hockey-Unternehmens ZSC Lions ist wahrscheinlich nicht mehr ganz bei der Sache. Er hat jetzt schon beim SC Bern unterschrieben, muss aber noch bis Saisonende bei den ZSC Lions ausharren. In ähnlich gelagerten Fällen muss in der Wirtschaft ein Spitzenverdiener sofort das Pult räumen und die Schlüssel abgeben. Es wäre also keine Überraschung, wenn ZSC-Manager Peter Zahner ein Zeichen setzen und den eingebürgerten Kanadier erst einmal für ein paar Spiele auf die Tribüne setzen würde. 1990 hat Lugano-General John Slettvoll beispielsweise seinen Star Thomas Vrabec noch während des Playoffinales gegen den SC Bern auf die Tribüne verbannt. Weil ihm zu Ohren gekommen war, dass Vrabec schon in Bern unterschrieben hat. Lugano wurde Meister.

Das System ist so

Doch Zahner ist nicht Slettvoll. Die Zeiten haben sich geändert und er sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Ob ich es gut finde, dass Spieler so früh schon bei einem anderen Klub unterschreiben, steht hier nicht zur Debatte. Unser System ist so, dass dies erlaubt ist. Nur das zählt. Also habe ich mich nach diesen Gegebenheiten zu richten. Wir haben letzte Saison ja auch frühzeitig den Transfer von Patrik Bärtschi offiziell bestätigt und haben damit das gleiche gemacht wie jetzt der SCB mit Gardner. Wir haben keinen Grund, uns zu beklagen.» Daher gebe es auch keinen Anlass für Massnahmen gegen Gardner. «Auch er hat nur das getan, was in unserem System erlaubt ist und deshalb können wir ihm doch keinen Vorwurf machen. Wir würden mit einer Bestrafung Gardners bloss unsere Mannschaft schwächen.»

Fast eine Million für Gardner?

Der Abgang von Gardner habe ihn nicht überrascht. «Wir haben bei unserer Offerte für eine Vertragsverlängerung die Limite nach oben gesetzt und es war bald einmal klar, dass uns Gardner verlassen wird. Wir wussten nur noch nicht wohin, rechneten aber mit einem Transfer nach Bern weil er bei Lugano schon einmal war.» Zahlen nennt Zahner im Zusammenhang mit dem Salär und der beim ZSC gesetzten Limite keine. Kenner gehen aber davon aus, dass Gardner Berns teuerster Spieler aller Zeiten sein wird und den SCB insgesamt mit allen Lohnnebenleistungen gegen 900 000 Franken kostet. Pro Saison.

Alles in allem lässt sich die Gemütslage von ZSC-Manager Peter Zahner am besten so umschreiben: Gardner hat beim SCB unterschrieben - na und? Er hat sich bereits wieder dem Tagesgeschäft zugewandt. Kann auch er bald einen «Hammertransfer» melden? «Nein», sagt Zahner. «Aber heute laufen während des ganzen Jahres Transfergespräche.»

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