Sprengstoff-Delikt: ZSC-Star wegen Pyro-Vergehen verurteilt
Aktualisiert

Sprengstoff-DeliktZSC-Star wegen Pyro-Vergehen verurteilt

Die Zürcher Justiz hat den Eishockey-Star Jeff Tambellini wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz verurteilt. Der Sportler hat an der letzten Meisterfeier eine verbotene Handfackel angezündet.

von
Attila Szenogrady
ZSC-Lions Star Jeff Tambellini feiert den Meistertitel.

ZSC-Lions Star Jeff Tambellini feiert den Meistertitel.

Bei Pyros kennt die Zürcher Staatsanwaltschaft kein Pardon. Neu sind nicht nur kriminelle Fans, sondern auch Spitzensportler im Visier der Untersuchungsbehörden. Dies zeigte ein aktuell veröffentlichter Strafbefehl gegen den ZSC-Lions Star Jeff Tambellini.

Der heute 28-jährige Kanadier wurde wegen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt. Zudem muss er die Verfahrenskosten von 1000 Franken tragen.

Zu «heisse» Meisterfeier

Da sich der prominente Eishockey-Spieler für geständig und schuldig erklärt hat, ist das Urteil rechtskräftig. Damit gilt Tambellini als vorbestraft, was sich theoretisch auf seinen Status als Kurzaufenthalter auswirken könnte.

Der Vorwurf der Anklage ging auf die Nacht auf den 18. April 2012 zurück. Damals trafen die frischgebackenen ZSC-Meister in den frühen Morgenstunden in der Messehalle 9 an der Thurgauerstrasse ein. Dabei kam es angesichts des herzlichen Empfangs durch die Fans zu einer offenbar zu «heissen» Meisterfeier. Tambellini streckte eine brennende Handfackel (ausserhalb der Halle) in die Höhe und feierte damit gröhlend den frisch eroberten Titel.

Ein Sprengstoffdelikt

Was für Tambellini wohl als heitere Aktion im Rahmen der so genannten «Fankultur» galt, stufte die Staatsanwaltschaft als ernst zu nehmendes Delikt ein. So sei die Fackel in der Schweiz legal nicht erwerbbar und sei aufgrund der hohen Temperaturentwicklung und der praktischen Unlöschbarkeit dem Sprengstoffgesetz unterstellt, ist dem Strafbefehl vom letzten September zu entnehmen. Damit hat die Zürcher Justiz zum ersten Mal einen Spitzensportler wegen eines Pyro-Delikts ins Recht gefasst.

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