Prosit Neujahr!: Zu Gast in der Heimat des Champagners
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Prosit Neujahr!Zu Gast in der Heimat des Champagners

Jahr für Jahr stossen wir mit edler Brause auf das neue Jahr an. Doch wo kommt der Champagner eigentlich her? Ein Besuch bei den Herstellern des prickelnden Getränks.

von
Rupen Boyadjian

«Seien wir realistisch», sagt der Schweizer Weinexperte Pierre Thomas, «die Champagne ist nicht ideal für den Rebbau.» Schon ums Jahr 1700 habe der ­berühmte Mönch Dom Pérignon überlegt, wie er dem heraus­fordernden Klima begegnen könnte. Wir sind in der Heimat des Königs der Schaumweine, an der Nordgrenze des europäischen Weinbaus. Schwierige Jahre sind hier häufig. Deshalb dürfen die Winzer Reserven anlegen, um gute mit weniger befriedigenden Jahrgängen zu mischen. So gleichen sie grosse Schwankungen von Qualität und Erntemengen aus. Der Säuregehalt bleibt dennoch hoch. Das ist der Grund, weshalb hier Schaumweine produziert werden: Zusammen er­geben Säure und Bläschen das ­erfrischende Getränk mit dem Hauch Erotik, für den es welt­berühmt ist.

Rund 15 000 Winzer produzieren alleine oder im Auftrag gros­ser Champagner-Häuser Weine mit einer erstaunlich breiten Palette an Geschmacksnuancen. Es lohnt sich, bei den kleineren, wenig bekannten Produzenten vorbeizuschauen. Sie ermöglichen herzliche Begegnungen mit pas­sionierten Menschen wie etwa der Familie Fleury vom gleich­namigen Champagner-Haus. Es befindet sich etwas abseits der tra­ditionellen Touristenpfade in der Côte des bar, einer südlichen Exklave des Hauptanbaugebiets. Überall in der Champagne prägen sanfte, rebenbepflanzte Hügel das Bild. Die Montagne de Reims beherbergt die begehrtesten Lagen der kalkhaltigen Böden, und in den vorzüglichen Restaurants der pittoresken Dörfer und Städte der Region entdeckt man, dass von der Vorspeise bis zum Dessert der König der Schaumweine ein idealer Begleiter sein kann.

Der Weg in die Champagne

Auf dem Luftweg: Swiss fliegt täglich von Zürich nach Paris. In etwa einer Stunde erreicht man Reims von dort aus via Auto oder Bahn. www.swiss.com

Mit dem Zug: ab Basel im TGV über Paris-Est oder schneller und billiger über Strassburg und Champagne-Ardenne, eine TGV-Station am Rande von Reims. Dauer: je nach Route zwischen knapp vier und fünfeinhalb Stunden. www.tgv-europe.ch/de

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