Aktualisiert 04.08.2010 09:02

Anwendungen

Zu hässlich für den App Store

Apple hat bekanntlich strenge Aufnahmekriterien für Applikationen. Doch was die Entwickler von Funny Shoppers erlebten, dürfte eher die Ausnahme sein.

von
hst

Auf den ersten Blick ist es eine weitere Episode aus der Serie «Apple will keine vermeintlich anstössigen Inhalte im App Store». Auf den zweiten haben wohl die wenigsten Entwickler ein derartiges Hin und Her erlebt. Denn eine gratis erhältliche Applikation namens Funny Shoppers wurde vom IT-Konzern aus Cupertino nicht zugelassen. Die Anwendung zeigte peinliche Fotos von Kunden der US-Handelskette Wal-Mart. Shopping-Paparazzi konnten gemachte Bilder auch direkt hochladen. Die Firma Alkali Media entwickelte die Anwendung mit den Machern der Website People of Wal-Mart. Auf der Seite werden Schnappschüsse von Kunden gesammelt, von denen einige in der obigen Bilderstrecke zu finden sind.

Wie gizmodo.com schreibt, entfernten die Unternehmen daraufhin die Kundenbilder und zeigten in der App nur noch Waren der Handelskette - trotzdem wurde die App erneut wegen obszöner Inhalte abgelehnt. Gleichzeitig wurde die Applikation Shopper Fail zugelassen, die ebenfalls entlarvende Fotos von Kunden zeigte. Quelle war wiederum die Webseite People of Wal-Mart. Allerdings geschah dies ohne Erlaubnis der Seitenmacher, die sich daraufhin an Apple wandten. Sie erhielten aber nur die Antwort, dass Apple keine Apps kommentiere. Anschliessend wandten sich die Seitenbetreiber an die Entwickler von Shopper Fail und baten sie um Entfernung der Applikation aus Apples Angebot, was auch prompt passierte.

Einige Wochen später meldete sich Apple bei People of Wal-Mart. Man könnte die App akzeptieren, wenn jeder Bezug zu Wal-Mart entfernt werde, hiess es. Die Entwickler folgten dem Wunsch, die Applikation war wieder verfügbar. Binnen 24 Stunden schaffte sie es unter die 275 am häufigsten heruntergeladenen Anwendungen. Apple meldete sich aber umgehend und teilte mit, man müsse die App wegen anstössiger Inhalte entfernen - einen Tag, nachdem sie wieder zugelassen worden war. Gegenüber Gizmodo kritisierte Mike McNasby von Alkali Media, dass Applikationen wie die des Magazins Playboy nach wie vor im App Store zu finden seien. Ob man einen neuen Versuch unternehmen werde, sich mit Apple zu einigen, liess er offen.

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