Zu klug geworden – jetzt droht Exekution
Aktualisiert

Zu klug geworden – jetzt droht Exekution

Unglaublich, aber wahr: Weil er im Gefängnis «zu klug» wurde, droht einem US-Häftling jetzt die Todesstrafe.

Vor drei Jahren schrieb der zum Tode verurteilte Daryl Atkins Justizgeschichte: Anhand seines Falls entschied das höchste Gericht der USA, dass die Hinrichtung geistig Behinderter verfassungswidrig und damit verboten sei. Der heute 27-Jährige galt damals zweifelsfrei als geistig behindert.

Jetzt muss der Afroamerikaner trotzdem die Exekution fürchten. Denn Tests haben ergeben, dass er in den Jahren seiner Haft klüger geworden ist. Bei

seiner Verurteilung lag sein Intelligenzquotient bei 59. Inzwischen ist dieser auf 76 angestiegen. Die Grenze zur geistigen Behinderung liegt aber bei 70. Darum ist Atkins nun womöglich «zu klug», um als geistig Behinderter von der Exekution verschont zu bleiben.

Weshalb kam es zu dieser für ihn gefährlichen Zunahme der Intelligenz? Experten halten es für möglich, dass der ständige Umgang mit seinen Verteidigern Atkins intellektuell stimulierte.

Atkins war 18 Jahre alt, als er im Staat Virginia einen Mann dazu zwang, Geld von einem Bankkonto abzuheben, und ihn dann erschoss. Der Mord brachte ihm die Todesstrafe ein.

Nach den Gesetzen in Virginia muss nun eine Geschworenenjury entscheiden, ob Atkins hingerichtet werden darf oder nicht.

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