Zu krasse Streiche – Irakische TV-Show «Tanb Raslan» wird eingestellt
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Fertig lustigZu krass, zu respektlos – irakische TV-Shows werden eingestellt

Ihre Opfer fallen schon mal auch in Ohnmacht, wenn sie unwissentlich vor die Kameras von Sendungen wie «Tony’s Bullet» und «Raslan’s Shooting» geraten. Das hat nun Folgen.

Darum gehts

  • Prankshows sind im Irak sehr populär.

  • Zwei Sendungen gingen dem streicheliebenden Publikum jetzt aber zu weit.

  • Darin ging es um unechte Sprengstoffgürtel und Entführungen.

Gleich zwei irakische TV-Sendungen ist der Stecker gezogen worden: «Tony’s Bullet» und «Raslan’s Shooting» waren mit ihren versteckten Pranks schlicht zu weit gegangen. Beide Sendungen setzten auf dasselbe Konzept: Celebrities und Persönlichkeiten im Land zu Tode erschrecken – auf derbste Art und Weise.

In einer Episode von «Raslan’s Shooting» etwa wurde einer Schauspielerin aufgelauert, ihr eine – unechte – Spurenstoffweste umgebunden und angedroht, dass diese ferngezündet würde. Die Frau fiel daraufhin ganz real in Ohnmacht. In einer anderen Episode wurde eine Entführung durch militante Anhänger des «Islamischen Staates» (IS) vorgetäuscht. Das Opfer, der irakische Fussballer Alaa Mhawi, wurde gefilmt, wie er mit verbundenen Augen um sein Leben flehte.

Obwohl solche Streiche vor versteckter Kamera im Land enorm populär sind, ging den Zuschauern dieses Spiel mit echter Angst zu weit. Das Konzept der Sendungen sei gerade im Irak, wo der «Islamische Staat» (IS) und andere extremistische Gruppierungen täglich Menschen entführten, mehr als unangemessen und unanständig gegenüber Opfern echter Entführungen und Gewalt.

Prankshows sind enorm populär

Einer der Produzenten von «Raslan’s Shooting» verteidigte die Show zwar noch letzten Monat: «Die Szenen sind hart. Aber wenn der IS gewonnen hätte, hätten Künstler und alle Iraker ein sehr viel schwereres Leben als sie es jetzt haben». Das sah die irakische «Kommission für Telekommunikation und Medien» anders, sie stellte jetzt beide Sendungen ein. Dabei lässt sich sagen, dass «Tony’s Bullet» und «Raslan’s Shooting» bei weitem nicht die einzigen derben Sendungen sind.

Sehr beliebt ist die Prank-Show des Ägypters Ramez Galal, die kürzlich ebenfalls in Kritik geriet: Celebrities war vorgemacht worden, dass sie auf einem sinkenden Schiff seien, während angeblich Leichenteile um sie herum trieben und ein Hai in ihre Richtung schwamm.

(gux)

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