Aktualisiert 14.11.2011 21:37

RüttelstreifenZu laut für Berner Wohngebiete

Der schweizweit einzigartige Pilotversuch mit Rüttelstreifen gegen Todescrashs wird teils abgebrochen. Der Grund: Die Streifen verursachen einen Riesenlärm.

von
Nina Jecker
Ausserhalb eines Siedlungsgebiets: Diese Streifen können bleiben. (SAH)

Ausserhalb eines Siedlungsgebiets: Diese Streifen können bleiben. (SAH)

Ein Jahr lang wollte man im Kanton Bern untersuchen, ob quer zur Fahrbahn angebrachte Rüttelstreifen Unfälle bei ­gefährlichen Kurven verhindern können (20 Minuten berichtete). Nun werden die im Juli ­installierten Streifen an zwei von drei Standorten bereits wieder entfernt. Beim Überfahren der einzelnen Erhöhungen machen die Autos einen solchen Krach, dass selbst 700 Meter entfernt lebende Anwohner noch auf die Barrikaden gingen.

Der Effekt ist eigentlich gewollt: Zusammen mit Vibra­tionen soll ein hoher Ton die Lenker zur Vorsicht anhalten. «Teils fühlten sich Anwohner aber massiv gestört, auch wenn gesetzliche Grenzwerte nicht überschritten wurden», so Kantonsoberingenieur Stefan Studer. Bei Oberburg sowie zwischen Aekenmatt und Lanzenhäusern werden die Streifen in den nächsten Wochen entfernt. Zwischen Lätti und Dieterswil bleiben sie noch bis im Frühling.

Schlimm ist der Abbruch nicht: «Wir haben bereits ­Ergebnisse auswerten können», so Studer. Tempo-Messungen und Videoanalysen hätten gezeigt, dass Rüttelstreifen zur Sicherheit bei­tragen können. «Angebracht werden sollten sie jedoch nur abseits von Wohngebieten.»

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