Zu sadistisch: Hersteller zieht Computerspiel «Manhunt 2» zurück
Aktualisiert

Zu sadistisch: Hersteller zieht Computerspiel «Manhunt 2» zurück

Nach Verboten in Irland und Grossbritannien sowie einer Zulassung nur für Erwachsene in den USA hat der US-Computerspiel-Hersteller Take Two vorläufig das Gewaltspiel «Manhunt 2» gestoppt.

Die in New York ansässige Firma wolle «alle Optionen prüfen», werde aber weiterhin «hinter diesem aussergewöhnlichen Spiel stehen», hiess es in einer in Dallas veröffentlichten Erklärung.

Die irische Behörde für Filmzensur hatte mit «Manhunt 2» am Mittwoch erstmals ein Computerspiel verboten. «Manhunt 2» bringe fortgesetzten Sadismus ohne irgendeinen Handlungskontext auf den Bildschirm, hiess es zur Begründung. Auch in Grossbritannien wurde die Markteinführung von den Behörden gestoppt. In den USA wurden die Versionen für die Spielkonsolen Wii und PlayStation nur für Erwachsene (Adults Only, AO) freigegeben. Dies könnte einen Einbruch bei den Verkaufszahlen zur Folge haben: Grosse Handelsketten wie Best Buy, Target und Wal-Mart führen keine «AO-Spiele».

«Wir glauben an die Freiheit kreativen Ausdrucks genauso wie an ein verantwortliches Marketing», erklärte Take Two Interactive Software. Unterdessen zeichnete sich auch ein Verbot des Spiels in Italien ab. Kommunikationsminister Paolo Gentiloni sagte am Donnerstag, er wolle den Verkauf stoppen. «Manhunt 2» sei «grausam und sadistisch, mit einer armseligen Umgebung und einer fortlaufenden, unablässigen Ermutigung von Gewalt und Mord».

In Deutschland wurde bereits der Vorgänger «Manhunt» nicht nur als jugendgefährdend indiziert, sondern auch auf Grund eines Beschlusses des Amtsgerichts München bundesweit beschlagnahmt. (dapd)

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