Imageschaden: Zu schlecht – Ösi-Stadt verjagt Fussballclub

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ImageschadenZu schlecht – Ösi-Stadt verjagt Fussballclub

Raue Sitten in der niederösterreichischen Stadt Mödling. Weil der Fussballclub so schlecht spielt, darf er nicht mehr auf dem Platz trainieren.

von
heg

2:42 verlor der SC Mödling im Juni in der 2. Klasse Ost-Mitte gegen den ASV Unterwaltersdorf. Diese Mega-Pleite, bei der in jeder zweiten Minute ein Treffer fiel und die um die Welt ging, hat nun Konsequenzen für den Verein.

Die Stadt mit 20'000 Einwohnern 16 Kilometer südlich von Wien verbannt den Club vom Fussballplatz. Sie hat ihm die Trainingszeiten gestrichen. «Deshalb müssen wir mit der Kampfmannschaft und der Reserve aufhören», sagt der Trainer und Obmann Michael Kanyka in den «Niederösterreicher Nachrichten».

Der zuständige Sportstadtrat Robert Mayer verteidigt die Massnahme. «Nach dem 2:42 war die Stadt Mödling dazu veranlasst, etwas zu unternehmen. Es steht ja auch der Name der Stadt im Vereinsnamen. Der SC sollte ein Aushängeschild sein. Wenn sogar in Südamerika über den SC Mödling und somit auch über die Stadt gelacht wird, sind wir angehalten, Akzente zu setzen.» Laut Mayer hat die Stadt den Verein jährlich mit 30'000 Euro unterstützt.

Hintertür bleibt offen

Der Rauswurf ist vorerst auf ein Jahr angesetzt. Danach könnte der Club auf den Platz zurückkehren. «So leid es mir tut, zu diesem Team kann man sich nicht bekennen. Wenn der Verein ein entsprechendes Konzept hat und Änderungen zu erkennen sind, kann man den Spielbetrieb wieder aufnehmen, so Mayer weiter. «Wenn die öffentliche Hand so viel investiert, möchte sie auch etwas davon haben, ausser die weltweiten Lacher.»

Mödling beendete die letzte Saison mit zwei Punkten und einem Torverhältnis von 10:223 abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Das 2:42-Debakel war nicht die erste Mega-Pleite. Zweistellige Niederlagen gehörten beinahe zur Tagesordnung.

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