Aktualisiert

MärchenhaftZu schön – Riad weist Männer von Abu Dhabi aus

Saudi-Arabien hat drei Männer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten des Landes verwiesen, weil sie angeblich zu gut aussehen und eine Gefahr für die lokale Frauenwelt darstellten.

von
phi

Saudi-Arabien hat drei Männer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten des Landes verwiesen. Grund dafür war ihr gutes Aussehen, berichtete «Emirates 24/7» unter Berufung auf das arabischsprachige Online-Portal Elaph. Das Trio war nach Riad gereist, um dort das «Jenadrija-Festival für Erbe und Kultur» zu besuchen.

Das zweiwöchige Fest wurde von der Nationalgarde ins Leben gerufen, um die Traditionen des stramm konservativen Golfstaates zu feiern. «Ein Offizieller des Festivals sagte, die drei Männer aus den Emiraten seien zu attraktiv und Mitglieder des Festival-Komitees fürchteten, weibliche Besucher könnten ihnen verfallen», führte Elaph aus. «Das Festival-Management sorgte umgehend dafür, dass die drei zurück nach Abu Dhabi geschickt werden.» Englische Zeitungen wie «Metro» wollen wissen, dass Omar Borkan Al Gala einer der Männer war: Das arabische Model bestätigte die Meldung auf seiner Facebook-Seite nicht, sammelt seither aber jede Menge neuer Fans.

Seltener Konflikt der Institutionen

Die Abschiebung ist nicht der erste Vorfall beim diesjährigen Festival. Zuvor gab es bereits Knatsch am Pavillon der Vereinigten Arabischen Emirate, als dort eine Sängerin namens Ayram spontan aufgetreten war. Als die Sängerin ein Lied für ihre Fans anstimmte, schritt ein Mann der Religionspolizei ein, schrieb «Gulf News». Das rief wiederum die Nationalgarde auf den Plan, die jedoch den Sittenwächter und nicht die Frau des Feldes verwies.

Konflikte zwischen den beiden saudischen Institutionen sind sehr selten, doch dieser Streit wurde sogar gefilmt und landete auf YouTube. Festival-Sprecher Khalid Bin Abdul Aziz Al Moqbal bemühte sich dann auch, keine falschen Eindrücke entstehen zu lassen. «Ich möchte klarstellen, dass es keinen Riss zwischen den Institutionen gibt. «Der Angestellte der Religionspolizei hatte keinen Auftrag am Emirate-Stand und war eigentlich woanders stationiert. Er hatte kein Recht, einzugreifen und wenn er nicht gemocht hat, was er gesehen hat, hätte er zu seinen Vorgesetzten gehen und es melden müssen. Er hatte kein Recht, seine Position auszunutzen, um zu tun und zu lassen, was er wollte.»

Der Vorfall sorgte dennoch sowohl in den Emiraten als auch in Saudi-Arabien für kontroverse Diskussionen. Der Gouverneur von Riad kündigte eine Untersuchung an.

Unter dem Gejohle der Zuschauer führen Mitglieder der Nationalgarde einen Angehörigen der gefürchteten Religionspolizei ab. Quelle: YouTube/ قناة راح خلي

Deine Meinung