Wegen Gebühren: Zu teuer – Ferienhunde werden eingeschläfert
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Wegen GebührenZu teuer – Ferienhunde werden eingeschläfert

Schnell verguckt man sich in den Ferien in einen niedlichen Strassenhund. Doch das Tier in die Schweiz zu bringen, kann kosten – für einige Tierfreunde zu viel.

von
Camille Kündig
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In den Ferien zeigen Schweizer Touristen oftmals ein grosses Herz und sind etwa von einem streunenden Strassenhund derart angetan, dass sie ihn zurück in die Heimat nehmen.

In den Ferien zeigen Schweizer Touristen oftmals ein grosses Herz und sind etwa von einem streunenden Strassenhund derart angetan, dass sie ihn zurück in die Heimat nehmen.

AP/lee Jin-man
Die Vorschriften, ein Tier aus dem Ausland in die Schweiz einzuführen, sind jedoch streng: Sie müssen einen Antikörpertest machen, und ein EU-anerkanntes Labor muss nachweisen, dass die Tiere gegen Tollwut geimpft sind. Diese Untersuchungen kosten mehrere hundert Franken pro Tag.

Die Vorschriften, ein Tier aus dem Ausland in die Schweiz einzuführen, sind jedoch streng: Sie müssen einen Antikörpertest machen, und ein EU-anerkanntes Labor muss nachweisen, dass die Tiere gegen Tollwut geimpft sind. Diese Untersuchungen kosten mehrere hundert Franken pro Tag.

AP/Nariman El-mofty
Laut Miroslaw Ritschard, Stellvertretender Leiter der Zollstelle Zürich-Flughafen, sind einige Reisende, die aus den Ferien ein Tier mitgebracht hatten, nicht bereit, diese Summe zu zahlen. «Wenn sie von diesen Kosten erfahren, hört die Tierliebe bei einigen Touristen auf.»

Laut Miroslaw Ritschard, Stellvertretender Leiter der Zollstelle Zürich-Flughafen, sind einige Reisende, die aus den Ferien ein Tier mitgebracht hatten, nicht bereit, diese Summe zu zahlen. «Wenn sie von diesen Kosten erfahren, hört die Tierliebe bei einigen Touristen auf.»

Keystone/Walter Bieri

In den Ferien zeigen Schweizer Touristen oftmals ein grosses Herz und sind etwa von einem streunenden Strassenhund derart angetan, dass sie ihn zurück in die Heimat nehmen. Das kann dramatische Folgen für Tier und Besitzer haben: Die Zollstelle Zürich-Flughafen musste in diesem Jahr bereits 34 Hunde und Katzen wegen mangelnder Bewilligungen bei der Einreise konfiszieren und dem Grenztierarzt übergeben. Dieser entscheidet über das weitere Vorgehen – zum Beispiel, ob das Tier in Quarantäne muss, oder er ordnet die Prüfung auf Seuchen an.

Muss das Tier mehrere Tage für Untersuchungen am Flughafen verweilen oder müsste es zurück in sein Heimatland geschickt werden, betragen die damit verbundenen Kosten mehrere Hundert Franken – zulasten des Besitzers. Laut Miroslaw Ritschard, stellvertretender Leiter der Zollstelle Zürich-Flughafen, sind einige der Reisenden, die aus den Ferien ein Tier mitgebracht haben, nicht bereit, diese Summe zu zahlen. «Wenn sie von diesen Kosten erfahren, hört die Tierliebe bei einigen Touristen auf.» In diesem Fall muss das Veterinäramt das Tier einschläfern. Dies, weil die Besitzer nicht die nötigen Bewilligungen eingeholt haben.

«Das ist herzzerreissend»

Ritschard musste bereits mehrmals Hundewelpen von ihren «Adoptivfamilien» trennen. «Das ist natürlich immer herzzerreissend.» Die Vorschriften, ein Tier aus dem Ausland in die Schweiz einzuführen, sind streng: Tiere aus dem Ausland müssen einen Antikörpertest machen, und ein EU-anerkanntes Labor muss nachweisen, dass die Tiere gegen Tollwut geimpft sind. Tiere aus der EU brauchen zudem einen offiziellen Heimtierpass und müssen mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein.

Valenda Penne von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten ist das Problem bekannt. Sie rät grundsätzlich davon ab, aus den Ferien ein Tier «unüberlegt und aus Mitleid» in die Schweiz zu bringen. «Die meisten Touristen wissen nicht, dass das Tier in der Schweiz eingeschläfert oder zurückgeschafft werden kann.» Laut Penne sind die Behörden besonders streng, wenn es sich dabei um Tiere aus Tollwutrisikoländer handelt. Tierfreunden rät Penne: «Ein Tier soll kein Spontanmitbringsel aus einer Laune heraus sein, sondern ein überlegter Entscheid.»

Zigaretten-Schmuggel boomt

Bis Ende Juni diesen Jahres verzeichnete der Flughafenzoll 742 Fälle von undeklarierten Tabakwaren. Damit könnte der Rekord von 1529 Delikten vom letzten Jahr sogar übertroffen werden. «Die Feriensaison hat erst begonnen», bilanziert Ritschard. «Wir vermuten, dass der Zigarettenpreis in Westeuropa ein Niveau erreicht hat, das den Schmuggel lukrativ macht.» Seit 2008 wurde die Tabaksteuer in der Schweiz um insgesamt 60 Rappen erhöht. Unabhängig davon hoben die Tabakhersteller den Preis pro Päckchen ihrerseits um insgesamt 1.50 Franken an. Und Ritschard hat eine weitere Erklärung: «Der Frankenschock vergrösserte die Preisdifferenz zum Ausland zusätzlich.»

Der Zigaretten-Schmuggel boome vor allem mit grösseren Mengen zwischen 100 bis 200 Stangen pro Ladung. «Geschmuggelt werden die grösseren Mengen vor allem aus Osteuropa, wo die Zigarettenpreise auf einem tieferen Niveau liegen.» Legal erlaubt ist die Einfuhr von 250 Zigaretten pro Tag – was einer Stange entspricht. Für jede weitere Zigarette wird eine Nachsteuer von 25 Rappen pro Zigarette fällig. (kün)

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