Braathen stürzte 2021 schwer - Zu viel Angst vor erneutem Horror-Sturz – Norweger bricht Rennen ab
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Braathen stürzte 2021 schwerZu viel Angst vor erneutem Horror-Sturz – Norweger bricht Rennen ab

Die Schweizer Ski-Stars sorgen in Adelboden für eine Fan-Party. Doch neben dem Spektakel gibt es auch noch weitere erzählenswerte Geschichten. Zum Beispiel die des jungen Norwegers Lucas Braathen oder die des Rennleiters Hans Pieren.

von
Nils Hänggi

Hier bricht Braathen seinen Lauf im Riesenslalom von Adelboden ab.

SRF

Darum gehts

  • In Adelboden steht ein Ski-Wochenende an.

  • Während die Schweizer überzeugen, sorgt ein junger Norweger für eine spezielle Geschichte.

  • Braathen stürzte vor einem Jahr schwer, nun brach er seinen 1. Lauf ab.

In Adelboden ist viel los. Das Chuenisbärgli schrieb wieder einmal spezielle Geschichten. Einerseits war da die totale Monster-Fahrt von Marco Odermatt im Riesenslalom. Im Steilhang hängte der 24-Jährige alle ab und setzte sich dank einer famosen Fahrt an die Spitze! Die Chancen für einen Schweizer Sieg in Adelboden? Mehr als gut. Weiter war da noch das Singen von «Happy Birthday» aus Tausenden Kehlen, weil der Schweizer Ski-Star Justin Murisier heute Geburtstag hat.

Und: Da waren noch die unzähligen Fahrer, die bereits im 1. Lauf scheiterten. Exakt gesagt, nach 30 Fahrern: 9. Luca De Aliprandini, den Freund von Michelle Gisin, traf es als Ersten. Er fädelte ein und stürzte heftig. Immerhin: Er konnte selbstständig aufstehen und verletzte sich wohl nicht schwer.

Auch Lucas Braathen schaffte es nicht in den 2. Lauf. Der junge Norweger kam bis zum Zielhang sauber durch und hielt den Rückstand in Grenzen. Doch dann brach er seinen Lauf ab (siehe Video oben). Hatte er da Angst nach seinem schweren Sturz vor einem Jahr? Nach dem Rennen meinte der 21-Jährige gegenüber dem SRF: «Ich hatte wenig Stabilität im linken Bein. Dann habe ich an Olympia gedacht und hatte grossen Respekt vor dem Steilhang, daher habe ich den Lauf abgebrochen. Auch, weil ich hier vor einem Jahr schwer stürzte.» Eine reife Entscheidung von Braathen, die es zu würdigen gilt.

«Als ich die Bilder sah, war ich richtig geschockt»

Zur Erinnerung: Beim Adelboden-Rennen im letzten Jahr kam es zu regelrechten Sturz-Orgien. So stürzte damals nicht nur der junge Norweger. Über 20 Fahrer beendeten das Rennen nicht. Besonders die drei Norweger Haugan, McGrath und Braathen verletzten sich schwer. Braathen fiel nachher monatelang aus. Er kam nach der Zieldurchfahrt zu Fall, schlug hart mit dem Kopf auf. Teamkollege Aleksander Aamodt Kilde fand heftige Worte. Als er den Unfall sah, meinte er: «Als ich die Bilder sah, war ich richtig geschockt.»

Adelboden-Rennleiter Hans Pieren rechtfertigte sich daraufhin gegenüber 20 Minuten. Angesprochen auf die Schwierigkeit des Hangs, meinte Pieren: «Er ist, wie er ist. Das macht den Chuenisbärgli zum Klassiker und zum schwierigsten Hang des Weltcups. Die Kurssetzung ist entscheidend, ob es gefährlich wird.» Dass der Hang aber schuld an den Stürzen sei, sei Unsinn. «Ohne den Start- und Zielhang ist die Strecke eine rote Piste. Eine Piste, die im restlichen Jahr offen für alle Skifahrerinnen und Skifahrer ist», so Pieren. Und: «Der norwegische Trainer, also der Trainer von Kristoffersen, hat den schnellsten Lauf des Wochenendes gesteckt.»

Dieses Jahr kann der Rennleiter dem Rennen nur von der Ferne aus zuschauen. Er, der seit 25 Jahren für die Rennen in Adelboden verantwortlich ist, winkte so von seinem Haus aus den Fahrern zu. Der Grund: Er befindet sich nach einem positiven Corona-Test in Isolation. Da hat er Glück, dass sein Haus in Sichtweite zur Rennstrecke steht.

Hier winkt Hans Pieren von seinem Haus aus den Fahrern zu. 

Hier winkt Hans Pieren von seinem Haus aus den Fahrern zu.

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