Aktualisiert 23.04.2014 13:00

Weniger ist mehrZu viel Liebe zerstört die Beziehung

Wer seinen Allerliebsten zu sehr anhimmelt, schadet der Beziehung: Entweder wird der Partner unzufrieden oder grössenwahnsinnig.

von
fee
Wer seinen Partner dauerhaft an seiner Seite wissen will, sollte auf überschwängliche Lobhudeleien verzichten.

Wer seinen Partner dauerhaft an seiner Seite wissen will, sollte auf überschwängliche Lobhudeleien verzichten.

Wer seinen Schatz bedingungslos liebt, schätzt sich glücklich. Doch das grosse Glück birgt auch Gefahren, wie amerikanische Forscher im «Journal of Social and Personal Relationships» berichten. Denn im Freudentaumel tendieren Verliebte schnell dazu, ihren Partner zu sehr zu idealisieren.

Dass es punkto Beziehungen tatsächlich ein Zuviel des Guten gibt, hat die Psychologin Jennifer Tomlinson von der Colgate-Universität in New York mithilfe dreier Tests belegt.

Idealisierung schafft Distanz

Wieviel Handy verträgt eine Beziehung?

Im ersten mussten 99 Paare Fragebögen ausfüllen. Während rund die Hälfte von ihnen identische Fragen beantworten musste, erhielten die anderen Bögen mit unterschiedlichen Aufgaben. Der eine Partner sollte alle «extrem positiven» Eigenschaften seines Liebsten auflisten, während dieser 30 Objekte im Schlafzimmer beschreiben sollte. Weil die Partner mit den Schlafzimmer-Fragen sofort mit dem Notieren begannen, nahmen ihre Gegenüber an, sie wären voll des Lobes.

Diese Einschätzung bildete die Grundlage für den zweiten Test. Dabei wurden die Paare aufgefordert, auf einer Couch Platz zu nehmen und sich mit einer gestreiften Decke zuzudecken. Diese diente dazu, den Abstand zwischen den Partnern zu messen. Es zeigte sich, dass diejenigen, die sich basierend auf dem ersten Test überidealisiert fühlten, durchschnittlich 8,44 Zentimeter mehr Platz zwischen sich und ihrem Liebsten liessen als diejenigen, die diesen Eindruck nicht hatten.

Gefährliches Ungleichgewicht

Weiter mussten 89 Ehepaare und 153 Studenten, die in einer Beziehung lebten, angeben, wie sie sich selber sehen und was ihre Partner wohl über sie sagen würden. Dabei zeigte sich, dass die Befragten am glücklichsten waren, wenn sie glaubten, dass ihr Liebster sie etwas besser einschätzte als sie sich selbst. Nahmen die Teilnehmer jedoch an, dass ihr Partner sie anhimmelt, sank ihre Zufriedenheit.

Dies, weil sich bei den so Verehrten das Gefühl einstellt, dass ihr Partner sie nicht richtig kennt oder Erwartungen hat, die er nicht erfüllen kann. Doch auch für den Anhimmelnden kann ein solches Verhältnis negative Folgen haben. Denn «Menschen, die sich überidealisiert fühlen, fühlen sich meist stärker und sind damit weniger bereit, den anderen an die erste Stelle zu setzen», erklärt Tomlinson. Besser seien Beziehungen, in denen beide Partner gleichberechtigt seien.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.