Erkenntnis: Zu viel Masse und zuwenig Klasse bei GC
Aktualisiert

ErkenntnisZu viel Masse und zuwenig Klasse bei GC

Uli Forte wartet als GC-Trainer weiterhin auf den ersten Sieg. Gegen den FC Basel setzte es am Samstag eine 3:6-Klatsche ab. Es war neben zwei Remis die dritte Niederlage im fünften Spiel für GC unter Forte.

von
Eva Tedesco

GC-Trainer Uli Forte zieht nach 26 Tagen im Amt ein erstes Fazit. (Video: 20 Minuten Online)

Es klingt paradox, aber von FCB-Trainer Heiko Vogel gab es nach der Niederlage ein dickes Kompliment. «Gegen GC sind wir auf eine Mannschaft getroffen, die Mut gezeigt hat mitzuspielen – was in den letzten Wochen nicht oft der Fall war. Sie hat in unserer Defensive einige Fehler aufgedeckt und wurde für den Mut mitzuspielen mit drei Toren belohnt. Deshalb war das Spiel war für mich und die Zuschauer unglaublich schön.»

Tatsächlich ist der Tabellenachte aus Zürich gegen den FCB forsch aufgetreten und konnte durch Paiva (4.) in Führung gehen. In der 25. Minute hatte GC sogar die Gelegenheit, die Führung auszubauen. Steven Zuber traf aber nur den Pfosten. Valentin Stocker 30.) und Jacques Zoua (38.) machten ihre Sache besser und brachten den Meister noch vor der Pause in Front. Aber jene Zuschauer, die die Spiele der Zürcher zuletzt konstant verfolgt hatten, rieben sich, ob dem mutigen Auftritt verwundert die Augen. GC spielte mutig, versuchte den FCB früh zu attackieren und suchte den direkten, schnellen Weg in die Offensive. Kritik in diesem Zusammenhang: GC vergass dabei das Verteidigen.

Fehlendes Gleichgewicht bei GC

«Das muss ich auf meine Kappe nehmen», sagt Uli Forte nach dem Spiel, «ich habe die Spieler so offensiv eingestellt. Ich habe versucht, die Mannschaft noch zwei, drei Mal von der Seitenlinie aus zu bremsen. Umsonst. Dann habe ich sie halt laufen lassen und dann kann es in Basel halt passieren, dass es «tschäderet». Und fehlt noch das Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive.»

Aber das Resultat ist für den GC-Trainer derzeit sowieso zweitrangig. Für ihn zählt vorderhand – bis die neue Saison beginnt – die Leistung und auch die Einstellung der Spieler. In diesem Punkt hat die Mannschaft in den fünf Spielen seit dem Amtsantritt Fortes deutliche Fortschritte gemacht. In die Mannschaft ist neuer Kampfgeist eingekehrt. Sie hat klare Vor- und Aufgaben und versucht diese mit mehr Disziplin umzusetzen. Und die Spieler sind weniger genügsam und auch selbstkritischer geworden. Selbstverständlich bei einem Profi, sollte man meinen. Davon war aber bei GC in dieser Saison lange nichts zu sehen.

Für die nächste Saison muss GC an Qualität zulegen

«Gewisse Sachen sind gut. Gewisse müssen wir verbessern und einge müssen wir unbedingt abstellen», zieht Forte nach 26 Tagen im Amt ein erstes Fazit. «Wir bekommen viel zu viele Gegentore. Drei gegen Sion, sechs in Basel – so ist es schwierig zu gewinnen. Aber wir sind in einer Findungsphase. Spätestens in der neuen Saison muss das besser werden.»

Nachbessern muss man beim Rekordmeister auch in punkto Qualität. GC hat zu viel Mittelmass und zu wenig individuelle Klasse. «Darum wollen wir die komplette Achse verstärken», so Forte. «Das ist mit Präsident André Dose und Sportchef Rapic schon abgesprochen. Namen kann ich noch keine nennen, aber wir sind zuversichtlich, dass wir für die kommende Saison interessante Spieler finden werden».

Namen machen die Runde

Mit Shkelzen Gashi (Aarau), dem auch ein Angebot von St. Gallen vorliegen soll, haben bereits erste Gespräche stattgefunden. Laut «Blick« soll GC zudem Interesse an Armando Sadiku (Locarno), der mit 19 Toren derzeit die Torschützenrangliste in der Challenge League anführt und an einem slowenischen Stürmer namens Dalibor Volas (25, NK Maribor) haben. Bei Daniel De Ridder stehen die Zeichen indes auf Abschied. Der Holländer, dessen Vertrag nach einer bestimmten Anzahl Spiele automatisch (zu höheren Konditionen) ein Jahr weiter gelaufen wäre, ist zu teuer. Respektive: Das Preis-Leistung-Verhältnis stimmt nicht. Einen Zuzug wird GC wohl bald vermelden können: Präsident Dosé soll auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor fündig geworden sein. Es fehle noch die Unterschrift unter dem Vertrag, aber man sei sich einig, heisst es.

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