Aktualisiert 14.11.2011 11:38

Behörden besorgtZu viel Salz im Schweizer Essen

Die Schweizer Bevölkerung isst viel zu salzig. Hierzulande wird fast doppelt so viel konsumiert wie von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen.

9,1 Gramm Salz konsumiert jeder Schweizer täglich.

9,1 Gramm Salz konsumiert jeder Schweizer täglich.

Zu rege benützte Salzstreuer auf dem Tisch sind nicht der Hauptgrund dafür, dass die Schweizerinnen und Schweizer viel zu salzig essen. Laut einer Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit BAG sind eher verarbeitete Lebensmittel die Ursache, wie Wurstwaren, Konserven, Brot und Käse. Hier wollen die Behörden den Hebel ansetzen.

Im Durchschnitt konsumiert die Schweizer Bevölkerung 9,1 Gramm Salz pro Tag, teilte das BAG am Montag mit. Das liege weit über dem von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlenen Tageshöchstwert von 5 Gramm. Schweizer Männer nehmen gemäss der Studie, an der 1500 Menschen teilnahmen, 10,6 Gramm Salz zu sich, Frauen nur 7,8 Gramm.

Die Folge: Bluthochdruck

Gleichzeitig massen die Forscher des Lausanner Universitätsspitals den Blutdruck der Testpersonen. Resultat: Jeder vierte Schweizer hat Bluthochdruck, 32 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen. Laut Experten treibt zu hoher Salzkonsum den Blutdruck nach oben und dies wiederum erhöht das Risiko auf Herz-Kreislauferkrankungen.

In zwei Folgeprojekten untersuchten Wissenschaftler Möglichkeiten, wie sich der Salzkonsum reduzieren lassen könnte. Im ersten Projekt testete die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft SHL Salzreduktionen in Lebensmitteln wie Brot, Käse, Wurstwaren und Fertiggerichten. Solche Produkte gelten als Hauptsalzquellen.

8 Gramm als Ziel

Die Ergebnisse zeigen laut dem BAG, dass eine Salzreduktion technisch machbar ist und die Lebensmittelsicherheit nicht beeinträchtigt. Zudem stiessen die getesteten Produkte mit weniger Salz bei den Konsumenten allesamt auf Akzeptanz, bei einigen Produkten bevorzugten Testesser gar die salzreduzierte Variante.

Das BAG hat nun für elf Produktegruppen Zielwerte festgelegt. Ziel der Behörden ist es, den Salzkonsum in der Bevölkerung in einem ersten Schritt auf 8 Gramm pro Kopf und Tag zu senken. Das weitere Vorgehen will das BAG nun gemeinsam mit Lebensmittelherstellern und mit der Gastronomie festlegen.

Andere Würzmittel

In einem zweiten Projekt prüfte die Berner Fachhochschule BFH das Salzen in Mensen und Grossküchen - von den Ausgangsprodukten bis zur Abgabe der Mahlzeiten. Gemeinsam mit Partnern aus der Branche erarbeiteten die Forscher fünf Massnahmen, die zu einem salzärmeren Essen beitragen könnten.

Beispiele sind der Aufbau einer Datenbank mit dem Salzgehalt von Produkten, das Erarbeiten von Rezepten für weniger salzige, aber trotzdem schmackhafte Gerichte oder alternative Angebote an Würzmitteln wie Kräuter und Gewürze. (sda)

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