Mehr Schmierereien: Zu viel Sprayereien – Geld fürs Putzen aufgebraucht
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Mehr SchmierereienZu viel Sprayereien – Geld fürs Putzen aufgebraucht

Basler Liegenschaftsbesitzer müssen warten: Das Budget der Stadtreinigung für die Entfernung von Schmierereien ist erstmals vor Ablauf des Jahres aufgebraucht.

von
lha
Private Liegenschaftsbesitzer müssen warten: Die Stadtreinigung hat ihr Budget für Graffiti-Entfernung dieses Jahr schon aufgebraucht.

Private Liegenschaftsbesitzer müssen warten: Die Stadtreinigung hat ihr Budget für Graffiti-Entfernung dieses Jahr schon aufgebraucht.

Keystone/Georgios Kefalas

Sprayereien und Tags sind für Hausbesitzer ein Ärgernis. Seit sechs Jahren hilft das Tiefbauamt Basel-Stadt aber rasch und unkompliziert bei deren Entfernung. Private Liegenschaftsbesitzer müssen lediglich eine Pauschale von 100 Franken bezahlen – Profis machen die verschmierte Wand dann innert Kürze wieder sauber. Die restlichen Kosten übernimmt der Staat. Jetzt ist das Graffiti-Kässeli der Stadtreinigung aber leer, berichtet die «Schweiz am Sonntag».

Ein Liegenschaftsverwalter wartet schon seit Wochen darauf, dass eine «hässliche Sprayerei» von einem seiner Häuser entfernt wird. «Wir haben die hundert Franken schon eingezahlt», sagt er gegenüber der Zeitung. Doch nun verweise der Malermeisterverband auf Wartefristen. Der Verband koordiniert für das Tiefbauamt die Auftragsvergabe an Maler und Stadtreiniger. Dort bestätigt man, dass der Verwalter kein Einzelfall sei. «Es sind derzeit 90 Aufträge ausstehend», sagt Vorstand Urs Hasler der Zeitung.

Sprayer auf dem Vormarsch

Der Grund: Das Budget der Stadtreinigung zur Entfernung von Schmierereien an privaten Liegenschaften ist aufgebraucht. Erstmals seit der Einführung des Programms vor sechs Jahren reichen die 250'000 Franken nicht mehr bis zum Jahresende – die Aktion wurde deshalb ausgesetzt. Denn die Sprayer sind in der Stadt offenbar wieder auf dem Vormarsch: Sowohl der Malermeisterverband als auch das Tiefbauamt bestätigen steigende Fallzahlen. Das Amt kann kurzfristig nicht auf die Veränderung reagieren. «Wir haben keine Möglichkeit, das Budget zu erhöhen», sagt Sprecher Daniel Hofer.

Stadt verspricht Besserung

Nächstes Jahr soll sich das ändern. Wie die «Schweiz am Sonntag» weiter berichtet, soll das Anti-Schmierereien-Kässeli dann in einen Posten überführt werden, der überzogen werden kann. Dazu muss die Regierung aber noch eine Verordnung verabschieden. Diese ist mit dem Angebot im Grundsatz sehr zufrieden: Folgeverschmierungen blieben aus, wenn Schäden regelmässig und schnell gereinigt würden, schrieb sie in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage im Mai.

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