ZHAW Winterthur: Zu viele Abmeldungen – ZHAW streicht Klassen
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ZHAW WinterthurZu viele Abmeldungen – ZHAW streicht Klassen

Viele eingeschriebene Studenten erschienen nicht mal zur ersten Vorlesung. Deshalb muss die ZHAW mitten im Schuljahr sieben Klassen zusammenstreichen.

von
som
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Rund 100 ZHAW-Studenten werden ab dem neuen Semester in neue Klassen integriert.

Rund 100 ZHAW-Studenten werden ab dem neuen Semester in neue Klassen integriert.

Archiv ZHAW
Auslöser für die Zusammenlegung ist eine überraschend hohe Zahl von Abmeldungen.

Auslöser für die Zusammenlegung ist eine überraschend hohe Zahl von Abmeldungen.

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Betroffen sind die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, ...

Betroffen sind die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen, ...

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Ärger für rund 100 Studenten der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur: Total werden 7 Klassen mit je 16 Studenten im laufenden Schuljahr in neue Klassen integriert – betroffen sind die Studiengänge Energie- und Umwelttechnik, Elektrotechnik, Maschinentechnik, Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen. So sitzt etwa ein Elektrotechnikstudent ab dem neuen Semester in zwei Wochen plötzlich mit 36 Schülern in einer Klasse. «Ich bekomme jetzt praktisch in jedem Fach einen neuen Dozenten», sagt er zum «Landboten». Vor allem in den Fächern, die aufeinander aufbauen, sei das ein Nachteil.

Informiert hat die ZHAW im Dezember. In einem E-Mail schrieb ein Dozent seinen Studenten, die Zusammenlegung erfolge aus «Spargründen». Dies verneint ZHAW-Sprecherin Eva Tschampa aber. Vielmehr sei der Auslöser für die Zusammenlegung eine überraschend hohe Zahl von Abmeldungen. Während normalerweise 7 Prozent während des ersten Semesters das Studium abbrechen, haben sich bis zu diesem Semesterende 100 Studenten zurückgezogen – das entspricht einer Quote von 15 Prozent. Viele erschienen nicht einmal zur ersten Vorlesung.

«Es gibt einen Trend, sich möglichst kurzfristig festzulegen »

Ein Grund für die vielen Nichtantritte ist laut Tschampa, dass bei Technik-Studiengängen im Gegensatz zu vielen anderen Studiengängen keine Aufnahmeprüfung absolviert werden muss. Das könne dazu ­verleiten, sich an verschiedenen Schulen einzuschreiben und sich später mancherorts wieder ab­zumelden. «Auch gibt es einen allgemeinen Trend, sich möglichst kurzfristig festzu­legen», sagt Tschampa.

Die ZHAW rechnet damit, dass sich das nicht so schnell ändern wird. Deshalb sollen künftig bereits für das Herbstsemester grössere Klassen gebildet werden. Dass Studenten bereits bei ihrer Anmeldung eine Semestergebühr bezahlen müssen, ist aber nicht geplant. Auch werden wegen den vielen Abmeldungen keine Dozenten entlassen – diese werden nun laut Tschampa mehr Zeit in die Forschung investieren.

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