Zu viele Prostituierte: Preisdumping im Gewerbe
Aktualisiert

Zu viele Prostituierte: Preisdumping im Gewerbe

Sex-Metropole Zürich: Erneut hat die Zahl der Prostituierten in der Stadt um mehr als 10 Prozent zugenommen und damit einen neuen Höchststand erreicht.

3990 Prostituierte hat die Zürcher Stadtpolizei Ende 2005 registriert. Das sind 409 mehr als im Vorjahr. «Neueinsteigerinnen» verzeichnet die Stadtpolizei vor allem aus Deutschland, Italien und Spanien.

«Der Verdienst ist bei uns besser als in den Nachbarländern», erklärt Mediensprecher Erich Maag. Zugenommen hat im vergangenen Jahr auch die illegale Fensterprostitution. 91 Frauen sind 2005 verzeigt worden – 2004 waren es 72.

Die Dirnenschwemme in Zürich führt erneut zu einem Preisdumping im horizontalen Gewerbe: «Auf dem Drogenstrich bieten sich die Frauen heute teils für 40 Franken an», weiss Maag.

Dass die Zahl der Sexworkerinnen seit Jahren ansteigt, sorgt bei CVP-Stadtratskandidat Gerold Lauber nicht für Stirnrunzeln. «Dieses uralte Gewerbe hat auch seine Berechtigung.» EVP-Stadtratskandidat und Gemeinderat Ernst Danner hingegen findet: «Solange die Nachfrage besteht, ist die Prostitution schwierig zu bekämpfen.»

Rolf Vieli vom Projekt «Langstrasse Plus» empfindet die Aussage von Gerold Lauber als alarmierend: «Die Politiker sehen die gravierenden Folgen nicht.» Lästig sei, dass die Dirnen immer mehr die Wohnquartiere belagern würden.

Romina Lenzlinger

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