Überproduktion: Zu viele Schweine in der Schweiz – jetzt werden sie zu Tierfutter verarbeitet

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ÜberproduktionZu viele Schweine in der Schweiz – jetzt werden sie zu Tierfutter verarbeitet

Zum ersten Mal überhaupt sind in diesem Jahr Ferkel aus der Schweiz nach Deutschland exportiert worden. Eine Situation, die vom Branchenverband kritisiert wird.

von
Yasmin Rosner
Wegen der grossen Hitze diesen Sommer mussten 500 Mastferkel in Zürich geschlachtet und zu Haustierfutter verarbeitet werden. (Symbolbild)

Wegen der grossen Hitze diesen Sommer mussten 500 Mastferkel in Zürich geschlachtet und zu Haustierfutter verarbeitet werden. (Symbolbild)

IMAGO/Countrypixel

Darum gehts

  • Die Produktion von Schweinefleisch läuft in der Schweiz auf Hochtouren.

  • Doch es wird viel zu viel produziert.

  • Gleichzeitig sind die Preise stark gesunken.

  • Die Alternativen: Export ins Ausland oder Schlachtung der Tiere.

Die Überproduktion von Schweinefleisch in der Schweiz ist massiv, der Preis derzeit im Keller. Mit Folgen für die Produzenten und die Tiere, wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen. Erstmals werden seit diesem Sommer Mastferkel nach Deutschland exportiert, obwohl der Preis dort noch tiefer liegt als in der Schweiz.

Dabei kam es Mitte Juli zu einem folgenreichen Vorfall: Über 500 Ferkel, die bereits für den Transport nach Deutschland verladen waren, konnten nicht exportiert werden. Dies, weil in Deutschland ein Transportverbot für Tiere bei über 30 Grad gilt. Die Exporteure mussten kurzfristig eine Lösung finden und liessen die Tiere in Zürich schlachten. Die Tiere wurden schliesslich zu Haustierfutter verarbeitet.

Isst du Fleisch?

Meinrad Pfister, Präsident des Branchenverbands Suisseporcs, kennt den Fall. Gegenüber der «SonntagsZeitung» sagt er: «Wir sind sehr unglücklich über die derzeitige Situation». Dass Schweine aus der Schweiz ins Ausland exportiert werden, sei neu und habe es vorher noch nie gegeben.

Bei Suisseporcs sieht man die Exporte auch aus Gründen des Tierwohls kritisch: «In der EU sind Lebendtiertransporte von bis zu 24 Stunden möglich – doch genau von solchen Praktiken wollen wir uns in der Schweiz ja abgrenzen», sagt Pfister. 

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