Fachkräftemangel: Zu wenig Personal – Apotheken müssen Zwangsferien einlegen

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FachkräftemangelZu wenig Personal – Apotheken müssen Zwangsferien einlegen

In der Gesundheits- und Pflegebranche herrscht Mangel an qualifiziertem Personal. Dies sowie die aktuelle Corona-Welle hat zur Folge, dass diverse Apotheken in der Schweiz im Sommer vorübergehend schliessen müssen.

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Patientin Apotheke: In vielen Betrieben mangelt es an Personal.

Patientin Apotheke: In vielen Betrieben mangelt es an Personal.

IMAGO/ZUMA Wire
Dies führt dazu, dass manche Betriebe in die Zwangsferien müssen.

Dies führt dazu, dass manche Betriebe in die Zwangsferien müssen.

REUTERS

Darum gehts

Dass es im Gesundheitssektor an ausgebildetem Personal mangelt, ist nicht neu. Doch nun, wo die halbe Schweiz in den Sommerferien weilt und zudem viele an einer Corona-Infektion herumlaborieren, hat dies konkrete Folgen, wie Watson berichtet. Demnach müssen nicht wenige Apotheken ihren Betrieb temporär einstellen, weil es ihnen schlicht an Personal fehlt – weil Angestellte erkrankt sind oder selbst ihre Ferien beziehen.

So etwa die ApoDoc-Apotheke bei der Hardbrücke in Zürich, die ihre Tore ab Mitte Juli bis Anfang August schliesst. Es ist laut Geschäftsführerin Maria Hitziger das erste Mal seit der Eröffnung 2015, dass die Apotheke Betriebsferien machen muss. «Es tat mir im Herzen weh, die Apotheke zu schliessen», sagt sie. Aber da statt vier bis fünf nur noch zwei Apothekerinnen im Betrieb mitarbeiteten und derzeit auch nur halb so viel Pharma-Assistentinnen zur Verfügung stünden, habe sie keine andere Wahl als die Schliessung gehabt.

«Es standen nicht genügend Mitarbeitende zur Verfügung»

Auch die Apothekenbetreiberin Galenica, die über 360 Apotheken der Labels Amavita, Sun Store und Coop-Vitality führt, berichtet von temporären Schliessungen einzelner Filialen. «Es standen nicht genügend Mitarbeitende für einen regulären Betrieb zur Verfügung», zitiert Watson Galenica-Mediensprecherin Tanja Clément. So hätten etwa die Amavita-Apotheke am Zollikerberg oder der Sun Store in Biel für einige Tage schliessen müssen.

Gemäss dem Bericht könnte es auch zu dauerhaften Schliessungen kommen. In der Schweiz sank laut Zahlen des Apothekerverbands die Anzahl der Apotheken auf 100’0000 Einwohner innert zehn Jahren von 22 auf 21, während der europäische Durchschnitt bei 32 liegt. Denn viele Absolventinnen und Absolventen eines Pharmazie-Studiums ziehe es in die Industrie, wo sie sich nicht mit unangenehmen Kunden auseinandersetzen müssen. 

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