Anekdoten aus Zermatt: Zu wenig Wodka für Russen, Flirt für Marco (17)
Aktualisiert

Anekdoten aus ZermattZu wenig Wodka für Russen, Flirt für Marco (17)

Das Schneechaos im Wallis ist vorbei. Zurück bleiben besondere Erinnerungen an besondere Tage, abgeschnitten vom Rest der Welt.

von
br/miw
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Ein Bild aus den frühen Morgenstunden.

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«Momentan geht nichts», schrieb eine Leserin, die uns dieses Bild zukommen liess.

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Leserreporter
«Wir sitzen im Dunkeln im Büro.»

«Wir sitzen im Dunkeln im Büro.»

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Wenn 13'000 Leute auf engstem Raum in einem Bergdorf festsitzen, kommt es unweigerlich zu aussergewöhnlichen Momenten und Begegnungen.

Eine Anekdote kann etwa der einheimische Barkeeper Nico erzählen, der saisonweise am Fusse des Matterhorns Drinks mixt. Die langen Tage der Abgeschiedenheit verbrachten viele Touristen aus Russland an seinem Tresen. Dabei bestellten sie schon am Nachmittag ihr liebstes Getränk: Wodka.

«Anfang Woche war noch alles in Ordnung», erzählt Nico mit einem Grinsen. Er habe serviert und nachgeschenkt, bis auch der letzte Gast bedient war. Doch an Tag zwei wurden die Ressourcen immer knapper; der Wodka-Vorrat neigte sich dem Ende zu. Das wäre alles halb so schlimm gewesen, hätten die Russen nicht extrem Gefallen an seiner Bar und dem Wodka gefunden.

Trinkgewohnheit der Russen über Bord geworfen

So hätten die russischen Touristen bis Dienstag um Mitternacht die gesamten Wodkareserven weggetrunken. Um nicht auf dem Trockenen sitzen zu müssen, warfen die Gäste ihre Trinktradition über den Haufen: «Nur sehr widerstrebend stiegen die russischen Schluckspechte schliesslich auf eine andere Spirituose um», erzählt der Barkeeper. Er werde diese Geschichte in Erinnerung behalten.

Und um zu verhindern, dass sich dieses Szenario wiederholt, hat die Bar das Getränkelager nun aufgestockt: «Für den Fall, dass wir nochmals eingeschneit werden, werden wir in nächster Zeit genug Wodka vorrätig haben», sagt Nico.

«Es war eine Flachländerin, aber hübsch!»

Während sich die Russen mit fremden Getränken anfreundeten, lernte der 17-jährige Marco aus Zermatt dank dem Schnee eine hübsche Dame kennen. «Sie ist zwar eine Flachländerin, aber eine hübsche und lustige», erzählt der Einheimische. Verschmitzt lächelnd meint er, er sei froh ob des ganzen Schnees. «Sie war für einige Tage in Zermatt und wollte am Montag wieder die Heimreise in die ‹Üsserschwiiz› antreten. Doch das Wetter machte ihr einen Strich durch die Rechnung.»

Also sei sie während ihrer zusätzlichen Ferientage durch die Zermatter Bars gezogen. Und dort habe er sie per Zufall getroffen, etwas mit ihr getrunken und die Handynummern getauscht. «Ja, wir schreiben jetzt schon oft», erklärt der junge Mann und errötet leicht. Sollte aus ihm und der hübschen «Ausserschweizerin» etwas werden, wird es bestimmt eine schöne Geschichte für die zukünftigen Enkelkinder.

Auch der Gemüsehändler aus Zermatt hat zu erzählen:

Gemüsehändler erzählt über Zermatt

Eingeschneit in Zermatt

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