Adoption abgelehnt: Zu wenige Jahre zwischen Vater und Sohn

Aktualisiert

Adoption abgelehntZu wenige Jahre zwischen Vater und Sohn

Ein Schweizer aus dem Bezirk Uster ZH wollte seinen um acht Jahre jüngeren Stiefsohn adoptieren. Geht nicht, befand nun das Obergericht. Der Altersunterschied müsse mindestens 16 Jahre betragen.

von
Attila Szenogrady

Der heute 56-jährige Schweizer ist bereits im letzten Februar beim Bezirksrat Uster abgeblitzt. Der Gesuchsteller hatte bei der Vormundschaftsbehörde eine Erwachsenen-Adoption beantragt. Demnach wollte er seinen bloss um acht Jahre jüngeren Stiefsohn adoptieren. Der Bezirksrat lehnte das Gesuch ab, indem er festhielt, dass der Altersunterschied auch bei einer Adoption unter Erwachsenen mindestens 16 Jahre betragen müsse.

Starkes Zusammengehörigkeitsgefühlt geltend gemacht

Der abgeblitzte Stiefvater wandte sich in der Folge in der Form eines Rekurses an das Zürcher Obergericht und beschwerte sich über ein nicht mehr zeitgemässes Gesetz. Aus den Gerichtsakten geht hervor, dass der Stiefsohn 1963 auf die Welt kam. Seine um 20 Jahre ältere Mutter liess sich später scheiden und heiratete 1975 den 1954 geborenen Stiefvater. Trotz des verhältnismässig geringen Altersunterschiedes zwischen dem Kind und dem Ehemann der Mutter entwickelte sich ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, welches einem natürlichen Vater-Sohn-Verhältnis entsprach.

Es bestand gar eine langjährige Hausgemeinschaft, wobei der Sohn auch den Namen seines Ersatzvaters aus freien Stücken annahm. Heute lebt er selbständig, wäre aber mit der Adoption auch einverstanden.

Allerdings vergeblich. So hat nun auch das Obergericht die beantragte Adoption verweigert und damit den Beschluss des Bezirksrates von Uster bestätigt. Die Oberrichter machten knappe Ausführungen zu ihrem Entscheid. Sie verwiesen auf das Geburtsdatum des zu Adoptierenden. Damals sei der Gesuchstellter noch ein kleines Kind von nicht einmal acht Jahren gewesen, steht im Beschluss der II. Zivilkammer. Das Gericht habe sich an das Gesetz, welches den Altersunterschied verlangt, zu halten, hiess es abschliessend. Der erneut unterlegene Stiefvater muss nun für eine Gerichtsgebühr von 1000 Franken aufkommen.

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