Aktualisiert 16.03.2020 15:33

Coronavirus in der Schweiz

Zu wenige Tests? Jetzt äussert sich Sommaruga

In einem Interview betont Simonetta Sommaruga den Ernst der Lage. Laut der Bundespräsidentin wird man die Bevölkerung in der Krise aber nicht alleinlassen.

von
mon
1 / 49
«Die Lage ist ernst. Jetzt braucht es alle, die mitmachen, jeden Einzelnen von uns. Es braucht Solidarität. Dazu gehört, dass man sich für einige Zeit einschränkt», sagte Simonetta Sommaruga im Interview mit der «SonntagsZeitung».

«Die Lage ist ernst. Jetzt braucht es alle, die mitmachen, jeden Einzelnen von uns. Es braucht Solidarität. Dazu gehört, dass man sich für einige Zeit einschränkt», sagte Simonetta Sommaruga im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Keystone/Alessandro Della Valle
Sommaruga betonte auch, dass der Bund in der Krise die Bevölkerung und die Wirtschaft nicht alleine lassen wird: «Die Wirtschaft wird darunter leiden, was uns alle betrifft.» Dazu meint sie aber: «Wir kümmern uns um die Menschen, um die Gesundheit und die Arbeitsplätze. Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten dazu – medizinisch und auch finanziell.»

Sommaruga betonte auch, dass der Bund in der Krise die Bevölkerung und die Wirtschaft nicht alleine lassen wird: «Die Wirtschaft wird darunter leiden, was uns alle betrifft.» Dazu meint sie aber: «Wir kümmern uns um die Menschen, um die Gesundheit und die Arbeitsplätze. Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten dazu – medizinisch und auch finanziell.»

Keystone/Alessandro Della Valle
«Ich zähle darauf, dass der Bundesrat weiss, was die Schweiz an ihrer Airline hat»: Swiss-Chef Thomas Klühr hofft auf Staatshilfe. (Archivbild)

«Ich zähle darauf, dass der Bundesrat weiss, was die Schweiz an ihrer Airline hat»: Swiss-Chef Thomas Klühr hofft auf Staatshilfe. (Archivbild)

Keystone/Ennio Leanza

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga appelliert angesichts der Corona-Epidemie an die Solidarität der Bevölkerung und der Wirtschaft: «Die Lage ist ernst. Jetzt braucht es alle, die mitmachen, jeden Einzelnen von uns. Es braucht Solidarität. Dazu gehört, dass man sich für einige Zeit einschränkt. Tun wir das nicht, wird es noch schwieriger», sagte sie im Interview mit der «SonntagsZeitung».

Sie zeigte sich überzeugt davon, dass die meisten das verstanden haben und sich an die neuen Verhaltensregeln in der Corona-Krisen halten werden und so die Verbreitung des Virus gebremst werden kann: «Ich bin beeindruckt, wie sich Unternehmen organisieren, wie flexibel man sich für Homeoffice und andere Arbeitszeiten gibt. Ich spüre auch in der Gesellschaft viel Solidarität.»

«Wirtschaft wird darunter leiden»

Sommaruga betonte auch, dass der Bund in der Krise die Bevölkerung und die Wirtschaft nicht alleinlassen wird: «Die Wirtschaft wird darunter leiden, was uns alle betrifft.» Dazu meint sie aber: «Wir kümmern uns um die Menschen, um die Gesundheit und die Arbeitsplätze. Wir haben die Mittel und die Möglichkeiten dazu – medizinisch und auch finanziell.» Und sie versprach nach der Kritik von Virologen auch mehr Corona-Tests: «Unsere Fachleute prüfen mit den zuständigen nationalen und kantonalen Stellen derzeit Möglichkeiten zum weiteren Ausbau des Testangebots.»

Zudem kündigte Sommaruga weitere finanzielle Hilfe an, für den Fall, dass sich die Krise weiter verschärft. «Es ist klar, dass das Problem eine noch grössere Dimension annehmen kann und dass dann weitere Unterstützung nötig wird», so die Bundespräsidentin.

Anzahl Erkrankter nicht das einzige Kriterium

Im Interview mit dem «SonntagsBlick» widerspricht der Leiter des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Daniel Koch, den Vorwürfen, wonach der Bundesrat in der Corona-Krise zu zögerlich agiere. Die Anzahl Erkrankter sei nicht das einzige Kriterium, das der Bund bei seinen Entscheiden berücksichtigen müsse. «Wir müssen uns auch überlegen, welche Massnahmen die Bevölkerung akzeptieren wird. Reagiert man zu früh, setzen die Leute die Massnahmen nicht um, weil sie den Sinn dahinter nicht sehen», so Koch.

Zudem habe niemand vorausgesehen, wie schnell und dramatisch sich die Lage in Italien entwickeln würde: «Die Geschwindigkeit war enorm.» Neu gilt eine Obergrenze von 50 Personen für Cafés und Restaurants.

Auf die Frage, weshalb hat der Bund diese Grenze nicht tiefer angesetzt habe, wo doch zum Beispiel an der Harvard University bereits Versammlungen von mehr als 25 Personen verboten seien, sagte Koch: «Es geht nicht darum, zu zählen, wie viele Personen sich in einem Raum aufhalten – sondern darum, dass sie sich nicht anstecken. Wenn 25 Personen zu nahe aufeinanderhocken, bringt das auch nichts.» Darum seien nicht nur die Zahlen entscheidend, sondern dass die Leute wüssten, wie sie sich verhalten müssen: «Dass man Distanz wahren und die Hygienemassnahmen einhalten soll.» (mon/sda)

Fehler gefunden?Jetzt melden.