Aktualisiert 30.11.2011 09:55

«Wer wird Millionär?»

Zuccos Zocker will sich einfrieren lassen

Gestern zeigte «3+» zum ersten Mal die Schweizer Neuauflage von «Wer wird Millionär?» – mit solidem Moderator und skurrilem Kandidat.

von
Kaspar Isler

Mit grosszügigem Applaus wurde Gastgeber Claudio Zuccolini begrüsst. Er moderierte mit Bündner Charme und souverän durch sein Quizshow-Debüt bei «Wer wird Millionär?» auf 3+. Offensichtlich hat Zuccolini verstanden, dass es in dieser Sendung nicht primär um ihn als öffentliche Person geht.

Diese Zurückhaltung ist für einen Comedian eher ungewöhnlich. Doch sie war es, die seinen Kandidaten Raum liess, um laut zu denken. Sollte Zuccolini diese unterhaltungsfördernde Bescheidenheit beibehalten, braucht er auch künftig den Vergleich mit Publikumsliebling Günther Jauch nicht zu scheuen.

1000 Franken für einen postmortalen Kühlschrank

Der erste Kandidat, Kevin Kohler aus dem aargauischen Niederlenz, machte zunächst keinen besonders extravaganten Eindruck. Der Schüler gab sich zurückhaltend und liess sich von seiner Mutter ins Studio begleiten. Umso erstaunlicher, was der Aargauer mit seiner Gewinnsumme anstellen will: Der 19-jährige Mann möchte sich tatsächlich in einer Art Kühlschrank konservieren lassen. Experten sollen ihn nach seinem Tod einfrieren und, sobald die Wissenschaft so weit ist, wieder auftauen und reanimieren.

Mit Hilfe des «Rates der drei Weisen» schaffte es der Kandidat bis zur neunten Frage. Dieser neuartige Joker besteht aus jeweils drei «Spezialisten», die einmal beigezogen werden dürfen. In der ersten Ausgabe bestand dieser Rat aus Produzent Hannes Bichsel, Rekord-Maturandin Kim Borsky und Quizshow-Dauergast Christoph Scheidegger. Im nachfolgenden Alleingang legte sich Kohler auf die Nase: Er wusste nicht, dass man in Teilen des Bündnerlandes noch Surmeirisch spricht. Kevin schied frühzeitig aus und musste sich mit lediglich 1000 Franken in der Tasche auf den Heimweg machen. Ob das für die Anschaffung seines frostigen Sarges reicht?

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