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Zuchthaus wegen Vergewaltigung in der Ehe

Im Kanton Graubünden ist erstmals ein Mann wegen Vergewaltigung in der Ehe verurteilt worden.

Das Kantonsgericht bestrafte am Dienstag einen 39-Jährigen dafür mit 18 Monaten Zuchthaus bedingt auf zwei Jahre.

Ausserdem muss der Verurteilte seiner Ehefrau, von der er inzwischen getrennt lebt, 10 000 Franken Genugtuung zahlen. Das Gericht glaubte dem in Chur wohnhaften Opfer, weil dessen Aussagen in allen Befragungen widerspruchsfrei und glaubwürdig gewesen seien, wie der Vorsitzende bei der Urteilseröffnung erklärte.

Der Angeklagte war Anfang April letzten Jahres nach dem Ausgang morgens um vier Uhr nach Hause gekommen. Seine damals 62-jährige Ehefrau, die den um 23 Jahre jüngeren Mann nur geheiratet hatte, damit er in der Schweiz bleiben kann, schlief auf dem Bettsofa.

Ehefrau flüchtete zur Nachbarin

In der Folge kam es zur Vergewaltigung, die 20 bis 30 Minuten gedauert haben soll. Als der Mann danach die Toilette aufsuchte, flüchtete die Frau mit nur einem T-Shirt bekleidet aus der Wohnung und läutete Sturm bei der Türe der Nachbarin, welche die Polizei alarmierte.

Neben den Aussagen des Opfers wertete das Gericht zwei Tatsachen als Indizien dafür, dass eine Vergewaltigung stattfand. Es müsse etwas Ausgewöhnliches vorgefallen sein, dass die Geschädigte morgens um fünf Uhr bei der Nachbarin geklingelt habe. Zusätzlich gehe aus dem Arztbericht hervor, dass beim Geschlechtsakt Gewalt angewandt worden sei.

Der Angeklagte, der nicht vor Gericht erschien und dessen Aufenthalt derzeit nicht bekannt ist, gab bei den Einvernahmen den Geschlechtsverkehr zwar zu. Er bestritt aber, gegen den Willen der Ehefrau gehandelt zu haben.

(sda)

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