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Interview nach BörsengangZuckerberg ist enttäuscht von Kursentwicklung

In einem Interview sagt der Gründer, die Menschen verstünden nicht, wie «grundlegend gut» Facebook sei. Dass das Unternehmen Handys auf den Markt bringen will, dementiert er.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist in seinem ersten Interview seit dem Börsengang auf seine Kritiker zugegangen. Der 28-Jährige räumte am Dienstag ein, er habe Fehler im Umgang mit der Facebook-App gemacht. Er betonte jedoch, Facebook werde Wege finden, um stärker von der wachsenden Zahl seiner Nutzer zu profitieren, die mit Mobilgeräten auf das soziale Netzwerk zugreifen. Die Kursentwicklung der Facebook-Aktie seit dem Börsengang bezeichnete Zuckerberg als enttäuschend.

Zuckerberg sagte am Dienstag (Ortszeit) in San Francisco, das Unternehmen haben schon in der Vergangenheit Schwierigkeiten überstanden. Er machte keine konkreten Ankündigungen, zeigte sich aber zuversichtlich über die Entwicklung von Facebook. Der Facebook-Gründer äusserte sich auf der Konferenz San Francisco Disrupt, die von dem Technologie-Blog TechCrunch veranstaltet wird.

Er habe sich zu lange auf den Standard HTML 5 verlassen, damit die Facebook-App auf möglichst vielen unterschiedlichen Mobilgeräten laufe, erklärte Zuckerberg. Daher sei der Umgang mit der App für viele Nutzer nicht optimal gewesen.

Spekulationen über Handy-Entwicklung zurückgewiesen

Viele Menschen seien «superpessimistisch», sagte Zuckerberg. «Ich persönlich würde lieber unterschätzt werden.» Das gebe Facebook die Freiheit, grosse Dinge anzupacken. Er betonte, Facebook wolle Geld verdienen und werde das auch auf Mobilgeräten tun. Derzeit werde einfach nicht verstanden, wie «grundlegend gut» der mobile Markt für Facebook sei.

Er könne sich nicht konkret zu langfristigen Projekten äussern und habe auch nichts Genaues anzukündigen, sagte Zuckerberg weiter. Auf die Frage, wie viele Ingenieure derzeit bei Facebook arbeiteten, antwortete er, das könne er nicht auswendig sagen. Zuckerberg wies jedoch Spekulationen zurück, Facebook wolle ein eigenes Handy auf den Markt bringen. «Das wäre ganz klar die falsche Strategie für uns», sagte er.

Aktie legt leicht zu

Das Netzwerk hat fast eine Milliarde Nutzer und wächst weiter. Allerdings steht das Unternehmen vor der Herausforderung, mit diesen Nutzerzahlen Geld zu verdienen, wenn mobile Geräte weniger Platz für Werbung bieten. Zuckerberg kontrolliert mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Facebook-Aktien. Er kündigte kürzlich an, er habe nicht die Absicht, innerhalb der kommenden zwölf Monate Aktien zu verkaufen.

Die Facebook-Aktie legte am Dienstag leicht zu und schloss bei 19,43 Dollar. Nach dem Beginn des Interviews stieg der Kurs im nachbörslichen Handel um 3,4 Prozent. Der Ausgabekurs hatte bei 38 Dollar gelegen. (dapd)

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