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SBBZüge ins Ausland sind komplett voll

Die vielen Flughafenschliessungen wegen des Vulkanausbruchs in Island treiben die Menschen in Scharen auf die Bahn. Jetzt stellen die SBB mehr Züge auf die Schiene.

Die SBB riet am Samstagmorgen, bei einer Auslandreise zwingend eine internationale Sitzplatzreservierung vorzunehmen. Wer ohne diese Reservierung reisen wolle, solle es besser bleiben lassen, teilte die Bahn weiter mit. Nicht zwingend ist die Sitzplatzreservierung einzig bei Fahrten nach Stuttgart- und München Hauptbahnhof.

Den Reisenden in den internationalen Zügen kommt die SBB entgegen. Wer wegen des grossen Andrangs am Schalter ohne Billett in einen solchen Zug steigt, muss beim Kauf im Zug keinen Zuschlag zahlen.

Inlandzüge ohne Reservation

An den grösseren Bahnhöfen von Bern, Basel, Zürich und Genf sowie an den Flughäfen verstärkte die Bahn das Personal. Wie SBB-Sprecher Renzo Cicillini gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte, stehen mehrere Dutzend zusätzliche Kundenbetreuer im Einsatz.

Im Gegensatz zum internationalen Verkehr ist in den Inlandzügen keine Sitzplatzreservierung nötig. Alle diese Züge könnten weiterhin ohne Einschränkungen benutzt werden, teilte die SBB mit.

Die telefonische Hotline der SBB verzeichnete gestern 11 000 Anfragen gegenüber 4000 an normalen Tagen, sagte SBB-Sprecher Cicillini gegenüber 20 Minuten Online. Auch die internationale Auskunft habe mit 400 Anrufen viel mehr Kundenanfragen als gewöhnlich gehabt. Für heute rechne die SBB mit einem Ansturm in der selben Grössenordnung. Die SBB betreibt unter der Nummer 0800 99 66 33 eine kostenlose Hotline.

SBB wirft Verstärkung auf die Schienen

Um den Grossandrang zu bewältigen, wirft die SBB auf die Schiene, was sie kann. Nach Cicillinis Angaben führt sie im Nord-Südverkehr nach Italien die Züge doppelt, es fahren also zwei Züge statt einem. Von Basel Richtung Chiasso werden die Züge verdoppelt, wenn es die Situation erfordert. Richtung Deutschland koppelt die SBB bei Bedarf eigene Wagen an die Kompositionen der Deutschen Bahn.

Die TGV von Genf nach Paris werden ebenfalls doppelt geführt. Die internationalen Züge von Zürich via Basel nach Brüssel verkehren planmässig. Auch die TGV-Verbindungen von Zürich und Bern nach Basel sind nicht beeinträchtigt.

Allerdings fallen die TGV zwischen Genf und Marseille wegen des Eisenbahnerstreiks in Frankreich aus. Zahlreiche Regioexpress- und Regionalzüge ab Genf nach Frankreich und umgekehrt verkehren nicht. Die Beeinträchtigungen gelten zunächst bis Betriebsschluss am Samstag.

Chaos auf Frankreichs Strassen und bei der Bahn

Die Probleme im Luftverkehr verstärkten am Samstag das zum Pariser Ferienbeginn übliche Verkehrschaos auf den Fernstrassen. Ein Ausweichen auf die Bahn war für viele Reisende nicht möglich, weil die Staatsbahn SNCF den elften Tag in Folge bestreikt wurde und viele Züge ausfielen.

Der SNCF gelang es jedoch, im internationalen Verkehr nach England, Belgien und Deutschland sogar zusätzliche Hochgeschwindigkeitszüge einzusetzen.

Wenige Menschen am Flughafen Zürich

SBB-Hotline:

Nummer 0800 99 66 33 eine kostenlose Hotline.

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