Vor Laden in der Bronx: Zürcher (37) bei Streit geschlagen – tot
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Vor Laden in der BronxZürcher (37) bei Streit geschlagen – tot

Der Zürcher Oliver D. stritt sich vor einem Laden im New Yorker Stadtteil Bronx mit einem anderen Mann. Der schlug ihn und D. stürzte tödlich. Eine Kamera filmte den Vorfall.

von
lüs

Der in Zürich wohnhafte Italiener Oliver D.* (37) hielt sich letzte Woche in New York auf – laut US-Medien wollte er dort seine Freundin besuchen. Am Freitag kurz nach Mitternacht wurde er vor dem Laden Guerrero Bodega Deli an der Washington Avenue im Stadttteil Bronx von einem Mann geschlagen. D. stürzte daraufhin zu Boden – und schlug so unglücklich auf dem Asphalt auf, dass er sich tödliche Verletzungen zuzog.

«Er hatte sich sehr aufdringlich verhalten und die Leute gebeten, ihm Alkohol zu kaufen», sagt ein Augenzeuge den «New York Daily News». Dabei sei der offensichtlich betrunkene Zürcher Tourist mit verschiedenen Kunden des Ladens in Streit geraten.

Als D. aus dem Deli trat, suchte er laut Zeugen draussen weiter Streit. Plötzlich habe D. sein T-Shirt ausgezogen und einen anderen Mann offenbar zum Kampf herausfordern wollen – worauf dieser ihm einen Schlag ins Gesicht versetzte. D. verlor das Gleichgewicht und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Die Szene wurde von einer Überwachungskamera festgehalten.

«Der Typ, der ihm den Schlag versetzte, hatte nicht vor, ihn zu töten», so der Augenzeuge. Zugeschlagen habe der Mann nicht mit der Faust, sondern mit der offenen Hand. D. wurde nach seinem verhängnisvollen Sturz in das nahe gelegene St. Barnabas Hospital gebracht, doch er konnte nicht mehr gerettet werden. Der Unbekannte, der D. geschlagen hat, wurde von der Polizei bisher nicht gefasst. Sie ermittelt wegen Totschlags.

Familie bezweifelt Zeugenaussagen

Die Familie von D. bezweifelt die Darstellung der Augenzeugen. Möglicherweise gehe es diesen darum, den Täter zu decken, der offenbar ein Stammkunde des Ladens sei. D. habe genug Geld dabei gehabt, um sich selber etwas zu trinken zu kaufen, sagt ein Mitglied der Familie zu 20 Minuten. Dass er Leute belästigt habe, sei kaum vorstellbar. «Oliver war ein allseits beliebter und hochanständiger Mensch.» Zudem sei er sowohl beruflich als auch privat oft in die USA gereist und habe perfekt Englisch gesprochen.

Laut Berichten von US-Medien hatte D. sich bereits seit zehn Tagen in New York aufgehalten und hätte für letzten Donnerstag ein Rückflug-Ticket gehabt – das er nicht nutzte. Nur einen Tag vor seinem Tod hatte D. auf Facebook sein Profilbild gewechselt. Er posiert in einer U-Bahn-Station in der Bronx.

*Name der Redaktion bekannt.

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