Aktualisiert 09.07.2019 13:01

Urbane Hobby-Imker

Zürcher Badi wird wegen Bienen teilweise evakuiert

Immer wieder müssen Feuerwehr und Imker Bienenschwärme in Städten einsammeln. An das Bild wird man sich gewöhnen müssen, sagt ein Experte.

An einem der ersten heissen Sommertage Anfang Juni war der Badespass in der Badi Heuried in Zürich plötzlich vorbei. «Es bildete sich eine riesige schwarze Wolke über unseren Köpfen. Zuerst dachten wir, es sei ein Mückenschwarm, bis wir realisierten, dass es Bienen waren», erzählt eine Leserin.

Der Bademeister habe Eltern und Kinder dazu aufgefordert, den Platz sofort zu verlassen. «Einige hatten Pech und konnten ihr Badezeug nicht mehr rechtzeitig holen. Sie mussten warten, bis die Imker das Bienenvolk eingefangen hatten», berichtet die Leserin. Nach etwa zwei Stunden sei der Spuk vorbei gewesen.

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Ein Bienenschwarm sorgte Anfang Juni in der Badi Heuried in Zürich für Aufregung. Ein Teil des Geländes wurde evakuiert.

Ein Bienenschwarm sorgte Anfang Juni in der Badi Heuried in Zürich für Aufregung. Ein Teil des Geländes wurde evakuiert.

zvg
«Es bildete sich plötzlich eine riesige schwarze Wolke über unseren Köpfen», erzählte eine Leserin.

«Es bildete sich plötzlich eine riesige schwarze Wolke über unseren Köpfen», erzählte eine Leserin.

zvg
Imker sammelten den Bienenschwarm ein. Nach rund zwei Stunden sei der Spuk vorbei gewesen.

Imker sammelten den Bienenschwarm ein. Nach rund zwei Stunden sei der Spuk vorbei gewesen.

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Urban Beekeeping im Trend

Immer öfter müssen auch in Städten wie Zürich grosse Bienenschwärme eingefangen werden. Nicht nur in Badis, sondern beispielsweise auch auf Velos oder Ampeln. «Die Bienen erobern die Stadt», sagte Martin Schwegler von Bienen Schweiz in der «NZZ» vom 8. Juli.

Die Imkerei habe im urbanen Raum stark zugenommen, deshalb müssten sich Städter an solche Bilder gewöhnen. Die Schwärme seien aber nicht aggressiv und Angriffe äusserst selten, so der Fachmann des Imkerverbands der deutschen und rätoromanischen Schweiz. 17'000 Imker mit jeweils etwa 10 Völkern gebe es in der Schweiz.

«Bienen-Hype» dank «More than Honey»

Verstärkt habe den «Bienen-Hype» der Dokumentarfilm «More than Honey», der 2012 in die Kinos gekommen sei. Mit einem Stück Natur auf dem Balkon würden seither auch Städter ihren Teil dazu beitragen wollen, «die Welt ein klein wenig besser zu machen», sagt Schwegler.

Auch Firmen und Hotels würden sich die Biene als Sympathieträgerin zunutze machen. So hielten sie beispielsweise Bienenvölker, um auf Themen wie Biodiversität, Umwelt und Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen.

Gegen das sogenannte Urban Beekeeping – das Bienenhalten in der Stadt – sei grundsätzlich nichts einzuwenden, sagt Schwegler. Viele Neu-Imker seien allerdings zu unerfahren, und daher könne es passieren, dass Bienenvölker unkontrolliert ausschwärmten und dann auf Velos, Ampeln oder in der Badi landeten. (20 Minuten)

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