Aktualisiert 14.01.2017 13:48

SammelaktionZürcher baut Schulden-Berg via Facebook ab

Der Zürcher Oliver Jordans Tewelde hat innerhalb von zwei Tagen mit einem Hilferuf auf Facebook über 9000 Franken gesammelt. Nun bedankt er sich bei seinen Helfern.

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Oliver Jordan Teweldes (23) hat dank einem Facebook-Aufruf 9270 Franken gesammelt.(Bild: Screenshot)

Oliver Jordan Teweldes (23) hat dank einem Facebook-Aufruf 9270 Franken gesammelt.(Bild: Screenshot)

Aus Verzweiflung wegen seiner horrenden Schulden startete der Zürcher Oliver Jordan Tewelde (23) am Montag auf Facebook eine Crowdfunding-Aktion. Innerhalb von zwei Tagen erhielt er von 171 Spendern insgesamt 9270 Franken, wie die «Aargauer Zeitung» schreibt.

Der Grund für den Aufruf: Gemäss eigener Aussage brach Tewelde bei einem Velounfall einer Frau den Arm. Er wurde verurteilt und musste für alle Kosten aufkommen, da seine Mutter kurz zuvor die Haftpflichtversicherung gekündigt hatte. Insgesamt sollte der gelernte Koch 40'000 Franken bezahlen. Er sagt in dem Post weiter, dass sein Leben seither «eine Tortur» sei: «Ich schaffe es nicht mehr allein und brauche eure Hilfe.»

So lautete der erste Aufruf:

Heftige Kritik

Sein Hilferuf stiess auf unterschiedliche Reaktionen. Zwar lobten viele seinen Mut und wollten ihn unterstützen. Doch es gab auch einige, die ihn heftig kritisierten. Trotzdem hatte Teweldes Aktion Erfolg: In einem Post, den er am Mittwoch verfasst hat, bedankt sich Tewelde bei seinen Unterstützern: «Ich hätte nie mit solch einer Resonanz gerechnet. Es ist unglaublich.»

In seiner Dankensrede hält Tewelde sogar Kontoauszüge und sein Pfändungsschreiben in die Kamera, um seine Aufrichtigkeit zu beweisen.

Haftpflichtversicherung

Am 1. Januar 2012 wurde die Vignettenpflicht für Velos abgeschafft. Seither kommen die privaten Haftpflichtversicherungen der Velofahrer oder – wenn eine solche fehlt – diese persönlich für die von ihnen verursachten Schäden auf.

Nicht versicherte Schäden werden in einem ersten Schritt vom Nationalen Garantiefonds gedeckt. Dieser kann aber nach Massgabe des individuellen Falls auf den Unfallverursacher zurückgreifen.

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