Expedition gelungen: Zürcher bezwingen Magellanstrasse mit Kite
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Expedition gelungenZürcher bezwingen Magellanstrasse mit Kite

Zwei Zürcher Extremsportlern ist eine Weltpremiere gelungen: Sie haben als erste Kiteboarder überhaupt die Magellanstrasse durchquert.

von
Marco Lüssi

Zwei Zürcher Extremsportler haben eine spektakuläre Expedition erfolgreich abgeschlossen: Als erste Kitesurfer überhaupt durchquerten die Brüder Geza (31) und André (32) Scholtz innerhalb von acht Tagen die 560 Kilometer lange Meerenge zwischen dem chilenischen Festland und der Insel Feuerland und gelangten so vom Pazifik zum Atlantik.

Das von der chilenischen Marine bewilligte Unterfangen war nicht ungefährlich: «Die Winde erreichen dort mit bis zu 80 km/h die Stärke eines Wirbesturms», sagt Geza Scholtz. Umso wichtiger sei, dass man die Grösse des Kites richtig berechne: «Weil das Wetter schnell umschlagen kann, ist dies nicht einfach.»

Zermürbende Momente

Und tatsächlich kam es zu brenzligen Situationen: «Einmal verlor ich mein Brett und stürzte ins etwa fünf Grad kalte Wasser.» Zermürbend war es, wenn der Wind ausblieb: «Drei Tage lang war es so windstill, dass wir lediglich 10 Kilometer zurücklegen konnten.» Dafür blieb währenddessen Zeit, die Natur zu geniessen: «Wir sahen Pinguine, Delfine – und kamen einmal fünf Meter an einen Buckelwal heran.»

Begleitet wurden die beiden Kiteboarder von einem sechsköpfigen Team, das ihnen in einem Boot folgte.

Kitesurfen in der Schweiz

Nicht die erste Expedition

Dass sie ihre Expedition im Süden Südamerikas erfolgreich abschliessen könnten, freut Geza Scholtz umso mehr, als 2010 und 2011 seine beiden Versuche, über die Beringstrasse von Alaska nach Sibirien zu gelangen, am Wetterpech gescheitert waren.

Im Alltag betreiben die beiden Brüder gemeinsam eine Zahnarztpraxis in Zürich. «Doch wie schon unser Vater suchen wir gern Abwechslung, indem wir waghalsige Abenteuer unternehmen», so Geza Scholtz. «Es gibt so viel Schönes auf der Welt – man muss nur rausgehen und es entdecken wollen.»

«Andere ermutigen, ihre Träume zu verwirklichen»

Er hoffe, dass ihr Beispiel auch andere Menschen ermutige, ihre Träume zu verwirklichen. Die Expedition an der Magellanstrasse soll nicht die letzte gewesen sein: «Uns schwirren bereits neue Ideen durch den Kopf.»

Die Expedition ist am 18. Februar Thema in der Sendung «Sportlounge», SRF zwei, 22.25 Uhr.

Magellanstrasse

Die Magellanstrasse ist eine 560 Kilometer lange Meerenge mit zahllosen Inseln und Seitenkanälen zwischen dem südamerikanischen Festland und der Insel Feuerland. Im Sommer herrschen Lufttemperaturen von 4 bis 12 Grad, Wassertemperaturen von maximal 6 Grad. Seit 1881 gehört sie zum chilenischen Hoheitsgebiet. Benannt wurde die Seestrasse nach dem portugiesischen Seefahrer Fernando Magellan, der sie im Jahr 1519 entdeckte, als er im Auftrag der spanischen Krone die erste erfolgreiche Weltumseglung leitete. Selber konnte er die Expedition nicht beenden - er wurde während der Reise auf den Philippinen getötet.

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