Aktualisiert 03.12.2008 10:24

Pisa-Studie

Zürcher Bildungsdirektion will über die Bücher

Der Naturwissenschafts-Unterricht soll an den Schulen des Kantons Zürich verbessert werden. Das ist eine Konsequenz aus der PISA-Studie 2006, die dort Nachholbedarf deutlich machte.

In keinem anderen Deutschschweizer Kanton erhalten die Schülerinnen und Schüler so wenige Naturwissenschafts-Lektionen wie in Zürich, heisst es in einer Mitteilung der Bildungsdirektion zu den Zürcher PISA-Resultaten. Die Bildungsdirektion lässt nun abklären, ob und wie der Unterricht in Naturwissenschaften und Technik auf allen Stufen optimiert werden kann.

Die Ergebnisse der Abklärung werden auf Frühling 2009 erwartet. Interessiert wären die Schüler: Gemäss Mitteilung liegen das Interesse an dem Fach und die Motivation, später einen Beruf mit naturwissenschaftlichem Hintergrund zu ergreifen, im Deutschschweizer Durchschnitt.

Im übrigen fiel bei den PISA-Ergebnissen im Kanton Zürich auf, dass sich in den verschiedenen Schulstufen die Leistungen stark überschneiden: Praktisch alle Sek-C-Schüler schnitten ebensogut ab wie die schwächsten Sek-B-Schüler. Und viele Sek-A-Schüler lieferten genausogute Arbeiten ab wie ihre Kollegen im Gymi.

Dies zeige, dass die Zuteilungen nicht allein aufgrund der Leistungsfähigkeit erfolge, schreibt die Bildungsdirektion. Sie setzt auf das im September gestartete Projekt «Chance Sek» zur Weiterentwicklung dieser Stufe. Vorgesehen ist unter anderem eine Zuteilung, die sich stärker an schulischen Leistungen orientiert. Zudem ist eine gezieltere Förderung schwacher Schüler vorgesehen.

Leistungen «im Mittelfeld»

Insgesamt liegen gemäss PISA-Studie die Leistungen der 15- jährigen Schülerinnen und Schüler aus dem Kanton Zürich in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften «in einem breiten Mittelfeld» der Deutschschweizer Kantone, wie es in der Mitteilung heisst. Angesichts der überdurchschnittlich grossen sozialen und kulturellen Unterschiede im Kanton sei dies ein gutes Ergebnis.

In den drei Fächern haben sich die Leistungen der Zürcher Jugendlichen seit der PISA-Studie 2000 leicht verbessert. Die Risikogruppe von Schülern mit sehr schwachen Leistungen sei zwar etwas kleiner geworden, aber immer noch gross: Rund jeder siebte habe geringe Kenntnisse in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.

(sda)

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