Zürcher Buschauffeur wegen fahrlässiger Tötung verurteilt
Aktualisiert

Zürcher Buschauffeur wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Das Zürcher Obergericht hat einen heute 40-jährigen Buschauffeur der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen, weil er einen Töfffahrer nicht beachtet hatte.

In einer Berufungsverhandlung bestätigte es am Mittwoch ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom vergangenen Juni. Der Mann wurde mit einer bedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu 120 Franken oder insgesamt 9000 Franken belegt und mit 2000 Franken gebüsst. Bei dem Fall ging es um einen Verkehrsunfall von Anfang Mai 2006. Damals war der Angeklagte mit einem VBZ-Bus aus der Garage auf die Bullingerstrasse hinausgefahren. Dabei hatte er einen 23-jährigen Motorradfahrer aus dem Kanton Aargau übersehen, der innerorts mit Tempo 77 stadteinwärts fuhr. Der Motorradfahrer prallte gegen die linke Busseite und zog sich dabei tödliche Kopf- und Hirnverletzungen zu. Die Staatsanwaltschaft klagte den Chauffeur wegen pflichtwidriger Unvorsichtigkeit der fahrlässigen Tötung an und forderte eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 180 Franken oder insgesamt 21 600 Franken sowie eine Busse von 2400 Franken. Der Verteidiger bestritt fahrlässige Tötung, weil der Motorradfahrer zu schnell und mit einem nicht betriebssicheren Fahrzeug mit abgefahrenen Pneus unterwegs gewesen sei. Wie das Bezirksgericht verwarf das Obergericht diese Argumentation, da das Strafrecht praktisch keine Verschuldenskompensation vorsehe. Deshalb werde der Unfallverursacher auch durch eine beträchtliche Mitschuld des Opfers nicht entlastet. Die Unachtsamkeit des Angeklagten sei ein grober Fehler gewesen, hiess es. (dapd)

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