Zürcher Christen, Juden und Moslems spannen zusammen
Aktualisiert

Zürcher Christen, Juden und Moslems spannen zusammen

Vertreter der Zürcher Landeskirchen sowie jüdischer und islamischer Gemeinden haben gemeinsam einen Neujahrsbrief an die Gläubigen gerichtet.

Sie plädieren darin für eine «Kultur des Dialogs und des Respekts». Autoren des Briefes sind die Mitglieder des Interreligiösen Runden Tischs im Kanton Zürich. Im gemeinsamen Schreiben stellen sie sich ausdrücklich hinter die hiesige Gesellschaftsordnung, in welcher die «Freiheit des Einzelnen im Denken, Glauben und Handeln ein Grundrecht ist».

Eine dieser Freiheiten sei die Religionsfreiheit, heisst es im am Freitag publizierten Neujahrsbrief. Diese umfasse die Freiheit, eine Religion zu praktizieren, die Religion zu wechseln oder aber keiner Religion anzugehören. In der Schweiz sei der religiöse Frieden nicht in Frage gestellt. Konflikte würden in der Regel demokratisch und in gegenseitiger Achtung ausgetragen.

Besorgt über egoistische, absolute Freiheit

Besorgt zeigen sich die Autoren allerdings über Kräfte, welche das friedliche Zusammenleben gefährden, «weil sie auf egoistische Weise ihre Freiheit absolut setzen». Dazu gehörten Tempoexzesse auf den Strassen, Brutalität in der Unterhaltungsindustrie sowie Sexual- und Gewaltdelikte.

Entschieden wenden sich die Religionsvertreter gegen undifferenzierte Urteile und Vorurteile. Solche vergifteten das gesellschaftliche Klima und schürten Ängste. Eine «Kultur des Dialogs und des Respekts» müsse dem entgegengesetzt werden.

Weder einzelne Menschen noch ganze Volksgruppen oder Religionen dürften - gewollt oder ungewollt - «in ihrer Würde verletzt, ausgegrenzt oder instrumentalisiert werden», heisst es im Brief.

Der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich wurde 2004 ins Leben gerufen. Das Gremium setzt sich zusammen aus Leitungspersonen der reformierten, der römisch-katholischen und der Christkatholischen Kirche, der Israelitischen Cultusgemeinde, der Jüdischen Liberalen Gemeinde sowie der Vereinigung der Islamischen Organisationen.

(sda)

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